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Hardware

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni im Test: Ein Headset, das alles will (und fast alles kann)

Von Dominik Probst am 14. Juni 2026.

400 Euro für ein Gaming-Headset. Dafür bekommt man je nach Modell auch eine ganze Konsole, entsprechend hoch liegt die Messlatte. SteelSeries packt beim Arctis Nova Pro Omni aber so viele Features rein, dass die Frage nicht „Warum so teuer?" lautet, sondern eher „Was lässt SteelSeries eigentlich noch weg?". Hi-Res-Sound, ANC, Hotswap-Akkus, ein Mikrofon mit KI-Filter und ein Multiplattform-Konzept, das mehrere Geräte gleichzeitig bedient. Auf dem Papier deckt das Headset so ziemlich jeden Wunschzettel ab. Wir haben es uns an PC, Mac und Switch geschnappt und geschaut, ob die Oberklasse-Ansage im Alltag auch hält, was das Datenblatt verspricht.

Sitzt, passt und drückt nicht

Auspacken, aufsetzen, wohlfühlen. Beim Tragekomfort macht das Arctis Nova Pro Omni vieles richtig, ohne dass man sich erst durch ein Anpassungsritual kämpfen muss. Das Gewicht verteilt sich angenehm, der Kopfbügel polstert sauber ab, und die Ohrpolster umschließen die Ohren, statt auf ihnen zu lasten. Wir hatten das Headset über mehrere Stunden am Stück auf, und das ist genau die Disziplin, in der teure Modelle ihr Geld rechtfertigen müssen. Hier gibt es nichts zu meckern: Kein unangenehmer Anpressdruck, kein Hitzestau, der einen nach der dritten Runde zum Lüften zwingt. Das Headset bleibt einfach auf dem Kopf und tut, was es soll, nämlich in Ruhe vergessen werden.

Auch die Verarbeitung passt zum Preis. Nichts knarzt, nichts wackelt, die Materialwahl wirkt wertig und nicht nach Plastikbomber im Edel-Look. Wer schon mal ein Headset hatte, dessen Bügel nach ein paar Monaten verdächtig zu knacken anfing, weiß diesen Punkt zu schätzen. SteelSeries liefert hier solide Hardware ab, die den Eindruck macht, auch nach längerer Nutzung noch zusammenzuhalten.

Klang mit Format, ANC ohne Drama

Hier wird es spannend, denn Klang ist am Ende das, weswegen man so ein Headset überhaupt kauft. Die Hi-Res-Treiber mit ihren 96 kHz und 24 Bit liefern ein Klangbild, das sauber und detailreich auftritt, ohne sich künstlich aufzuplustern. Der Bass hat Druck, bleibt aber kontrolliert und matscht nicht in die Mitten hinein. Die Höhen sind präsent, ohne ins Spitze oder Anstrengende zu kippen. In Spielen heißt das: Schritte, Richtungen und Effekte lassen sich gut orten, und auch bei Musik macht das Headset eine überzeugende Figur, statt nur auf Gaming-Effekte getrimmt zu sein.

Interessant wird der Vergleich mit unserem eigenen Alltagsbegleiter, dem Audio-Technica ATH-M50xBT2. Das kostet ungefähr die Hälfte und spielt klanglich erstaunlich nah dran. Wer also reines Stereo-Hörvergnügen sucht und auf den ganzen Gaming-Ballast verzichten kann, bekommt anderswo viel Klang fürs Geld. Das ändert aber nichts daran, dass das Arctis Nova Pro Omni klanglich auf Top-Niveau spielt. Den Aufpreis rechtfertigt es nicht über einen riesigen Klangvorsprung beim reinen Musikhören, sondern über das gesamte Drumherum, und genau dahin kommen wir gleich.

Das ANC erledigt seinen Job unaufgeregt und zuverlässig. Tastaturgeklapper, Lüfterrauschen und der übliche Hintergrundlärm verschwinden angenehm in den Hintergrund, ohne dass man dieses Druckgefühl auf den Ohren bekommt, das manche ANC-Lösungen mitbringen. Es ist kein Over-the-top-Effekt, der die Welt komplett auslöscht, aber für konzentrierte Sessions am Schreibtisch genau richtig dosiert.

Eine Stimme, die ankommt

Das ClearCast Pro Mikrofon gehört zu den Aspekten, bei denen SteelSeries traditionell stark ist, und das Arctis Nova Pro Omni reiht sich nahtlos ein. Die Stimme kommt klar und natürlich rüber, ohne diesen blechernen Funkgeräte-Sound, der bei vielen Gaming-Headsets mitschwingt. Im Voice-Chat versteht euch das Team ohne Nachfragen, und auch für den gelegentlichen Stream oder Discord-Call ist die Qualität mehr als ausreichend.

Praktisch gelöst ist die Verstauung: Das Mikrofon lässt sich vollständig in die Ohrmuschel einschieben und verschwindet dann komplett aus dem Bild. Kein abnehmbarer Bügel, der irgendwo in der Schublade verloren geht, kein störrischer Arm, der vor dem Gesicht baumelt, wenn man gerade nur Musik hören will. Einschieben, fertig, und schon sieht das Headset aus wie ein normaler Over-Ear-Kopfhörer.

Die KI-gestützte Rauschunterdrückung filtert Tastatur, Lüfter und Umgebungsgeräusche zuverlässig heraus, sodass am anderen Ende vor allem das ankommt, was ankommen soll: ihr. Das funktioniert im Alltag so unauffällig, wie man es sich wünscht, man denkt schlicht nicht mehr darüber nach. Für ein reines Streaming-Setup mit Studioanspruch greift man am Ende trotzdem zum dedizierten Mikrofon, aber das ist auch nicht der Anspruch hier. Als Allrounder fürs Zocken und Quatschen liefert das Mikrofon eine richtig gute Vorstellung.

Der Knotenpunkt für alle, die nie nur eine Sache machen

Hier kommt das Feature, das dem Headset seinen Namenszusatz verpasst. OmniPlay ist SteelSeries' Antwort auf ein Problem, das viele kennen: Konsole hier, PC da, Handy daneben, und ständig steckt man Kabel um oder koppelt Bluetooth neu. Das Arctis Nova Pro Omni mischt bis zu vier Audioquellen gleichzeitig, etwa zwei USB-Verbindungen plus Bluetooth und Line-in. In der Praxis heißt das, ihr hört den Spielsound von der Konsole, den Discord-Chat vom PC und die Musik oder einen Anruf vom Smartphone parallel, ohne irgendwo umzustöpseln. Das funktioniert richtig gut und durchdacht, statt nur ein nettes Datenblatt-Feature zu sein. Wer nur an einem System zockt, braucht es nicht zwingend, verschenkt damit aber eines der stärksten Argumente des Headsets.

Auf dem PC entfaltet die GG-Software mit Sonar dann ihr volles Potenzial. Statt einem simplen Equalizer bekommt man einen parametrischen EQ, über 200 spielspezifische Profile und eine erstaunlich feingliedrige Kontrolle über Raumklang, Mixing und Mikrofon. Das ist mächtig, kann Einsteiger aber auch erschlagen, denn die schiere Menge an Reglern lädt eher zum Verlieren als zum schnellen Loslegen ein. Schön gelöst: Auch Konsolen- und Mobile-Nutzer kommen inzwischen per App an EQ und Profile, ohne zwingend einen PC anwerfen zu müssen. Wer keine Lust auf Tuning hat, lässt einfach alles auf Standard, und auch das klingt bereits ausgewachsen.

Zwei Akkus, keine Ausreden

Beim Thema Laufzeit spielt das Arctis Nova Pro Omni einen Trumpf aus, den man eigentlich bei jedem Wireless-Headset haben will: Hotswap-Akkus. Statt eines fest verbauten Akkus, der irgendwann mitten in der Session schlappmacht, kommen zwei wechselbare Akkus zum Einsatz. Während der eine im Headset läuft, lädt der andere bequem in der Basisstation. Geht dem aktiven die Puste aus, tauscht man ihn in Sekunden, und weiter geht's ohne Ladekabel und ohne Zwangspause. Pro Akku sind rund 30 Stunden drin, macht zusammen genug Ausdauer, um das Thema Aufladen praktisch komplett zu vergessen.

Wichtig: Die Basisstation ist kein Klotz am Bein, den man zwingend braucht. Das Headset läuft auch ganz ohne sie, etwa per Bluetooth direkt am Handy oder Notebook. Die Station ist eher das Kommandozentrum für alle, die das volle Multiplattform-Programm fahren, und gleichzeitig die Ladestelle für den Zweitakku. Wer mobil unterwegs ist, schnappt sich das Headset und zieht los, der Rest bleibt auf dem Schreibtisch.

Clever ist das System vor allem, weil es das nervigste Problem kabelloser Headsets elegant umgeht: das Spielen am angeleinten Kabel, weil der Akku mal wieder leer ist. Dazu gibt es eine Schnellladung, die in 15 Minuten genug Saft für mehrere Stunden nachschiebt, falls beide Akkus mal gleichzeitig leer sein sollten, was im Alltag aber kaum vorkommt.

Fazit

Das Arctis Nova Pro Omni ist genau das geworden, was die Featureliste verspricht: ein Headset, das fast alles kann und dabei kaum Schwächen zeigt. Klang, Tragekomfort und Mikrofon liegen durchgehend auf hohem Niveau, das Hotswap-System nimmt einem die Akku-Sorgen komplett ab, und OmniPlay ist für Vielgerätenutzer ein echtes Argument. Ja, 400 Euro sind viel Geld, und beim reinen Musikhören kommt ein guter Kopfhörer für die Hälfte erstaunlich nah ran, mein eigenes ATH-M50xBT2 mit seinem Studio-Sound ist da der beste Beweis. Aber sobald es um Gaming mit Raumklang, Mikrofon und Multiplattform geht, spielt das Omni in einer anderen Liga. Man bezahlt für das komplette Paket aus Verarbeitung, Features und Komfort, und in dieser Summe geht der Preis für mich in Ordnung.

Ich würde es jedem empfehlen, der ein hochwertiges Allround-Headset für mehrere Plattformen sucht und nicht jeden Euro zweimal umdrehen muss. Wer nur an einem Gerät zockt und vor allem guten Klang will, kann sich das Geld sparen und trotzdem glücklich werden. Für alle anderen ist das Arctis Nova Pro Omni eine der rundesten Lösungen, die mir in dieser Klasse untergekommen sind.

Pro:
  • Hochwertige Verarbeitung und sehr guter Tragekomfort auch über mehrere Stunden
  • Klares, detailreiches Klangbild mit kontrolliertem Bass und virtuellem Raumklang über Sonar
  • Hervorragendes Mikrofon mit zuverlässiger KI-Rauschunterdrückung, komplett in der Ohrmuschel versenkbar
  • Hotswap-Akkus mit zusammen rund 60 Stunden Laufzeit, praktisch keine Downtime
  • OmniPlay mischt bis zu vier Quellen gleichzeitig, ideal für Mehrgerätenutzer
Contra:
  • Mit rund 400 Euro deutlich im Premiumbereich angesiedelt
  • Sonar-Software ist mächtig, kann Einsteiger aber erschlagen
  • Voller Funktionsumfang lohnt vor allem für Nutzer mit mehreren Plattformen
Klangqualität:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Design & Verarbeitung:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Preis-Leistung:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Features & Software:
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Mikrofon:
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Unsere Wertung: 10 / 10
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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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