Syberia: The World Before
Review

Syberia: The World Before im Test – kann der neue Ableger auf der PS5 überzeugen?

Von Daniel Walter am 27. November 2022
Publisher: astragon
Release: 18. März 2022
Genre: Point & Click Adventure
Entwickler: Microïds
Verfügbar für: PC | PS4 | Xbox One
USK Altersfreigabe: 12

Die Syberia-Reihe zählt zu den beliebtesten Point-and-Click-Abenteuern der jüngeren Vergangenheit, auch, wenn Teil 3 seinerzeit zum Release in dermaßen schlechtem Zustand erschien, dass er jede Menge Kritik einfahren musste. Mit The World Before wagt das Franchise rund um Hauptfigur Kate Walker nun einen Neustart und bringt die Spielereihe damit auch auf die aktuelle Konsolengeneration. Über die PC-Version haben wir vor einigen Monaten bereits berichtet, nun zeigen wir euch im Test, ob das Adventure von Microids auf der PS5 überzeugen kann.

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Ein kurzer Blick zurück

Das Hauptmenü empfängt uns direkt mit einer wunderschönen getragenen Klaviermelodie, die von nachdenklichen Streicherarrangements untermalt wird und direkt aus Die fabelhafte Welt der Amélie stammen könnte. All diejenigen, die die vorherigen Abenteuer von Rechtsanwältin Kate Walker nicht kennen oder schon längere Zeit nicht mehr gespielt haben, können sich hier bei Bedarf eine kurze Zusammenfassung anschauen. Die Geschehnisse von The World Before finden rund ein Jahr nach Syberia 3 statt und beginnen damit, dass sich Kate in militärischer Gefangenschaft in einer Mine befindet, lange nachdem sie den Geheimnissen der Vorarlbergfabrik für Automaten in Frankreich auf die Spur gekommen ist und sich nach Sibirien aufgemacht hat, zum letzten lebenden Angehörigen der Vorarlberg-Familie.

Eine intensive Verbindung zweier Welten

Der neuste Ableger beginnt aber zunächst im Jahr 1937 in der Stadt Vaghen, wo wir die junge Dana Roze kennenlernen, die als Studentin der hiesigen Musikakademie ein Klavierkonzert auf dem Marktplatz des Städtchens geben soll. Im Rahmen des Konzerts kommen wir auch direkt wieder mit der Automaten-Thematik in Verbindung, denn Dana wird bei ihrem Beitrag von einem Orchester aus automatisierten Robotern begleitet. Direkt zum Start zeigt The World Before, dass sich das Spiel nicht mal ansatzweise mit der mittlerweile deutlich angestaubten grafischen Darstellung der Vorgänger vergleichen lässt, sondern eine lebendige, stimmungsvolle und detailliert gestaltete Spielwelt bietet, die nur so vor Atmosphäre strotzt. Das malerische Städtchen fängt dabei die nostalgische Stimmung der 30er-Jahre perfekt ein und versetzt uns mit gelungenen Lichteffekten, Spiegelungen und wechselnden Kameraperspektiven sowie mit einem Platz voller Menschen, die sich glaubhaft verhalten und auf unterschiedliche Art und Weise der Musik lauschen, direkt ins Spielgeschehen. Die Romantik der Vergangenheit, die immer wieder einen wichtigen Teil der Handlung einnehmen wird, weicht kurz darauf der Kälte der Gegenwart im Jahr 2004 und zeigt uns den Ort, an dem Kate Walker gefangen gehalten wird. Das bedrückende, nasse und trostlose russische Gefängnis, in dem die Gefangenen sichtbar von den Wärtern gequält werden und es vor Rost und Schimmel nur so wimmelt, ist von der Stimmung her ebenso eindringlich wie das perfekt inszenierte Konzert zu Beginn und zeigt deutlich den Kontrast, den die Entwickler mit den beiden unterschiedlichen Welten, Hauptfiguren und Zeitaltern erzeugen wollen. Wie die zwei Handlungsstränge, die die ganze Zeit über abwechselnd weitergeführt werden, am Ende miteinander zusammen hängen, verraten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht, um euch die Spannung nicht zu verderben.

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Die etwas andere Kate Walker

Kate Walker, die wir als optimistische junge Frau mit wallender Mähne kennengelernt haben, ist merklich gezeichnet von dem, was sie erlebt hat, und tritt mit kurz geschorenen Haaren, vernarbtem und verdecktem Gesicht sowie einem leeren und müden Ausdruck vor die Kamera. In ihrer Zelle, die sie sich mit einer Mitgefangenen namens Katjuscha teilt, gibt es nichts, was auch nur einen Hauch von Hoffnung versprühen würde und gerade Katjuscha, die offenbar eingesperrt wurde, weil sie mit einer Punkband gegen die Regierung rebelliert hat, strahl nichts als Hoffnungslosigkeit und Trauer aus, da sie sich offenbar mit ihrer ausweglosen Situation abgefunden hat. Kate hingegen besitzt noch immer den Funken Hoffnung, der sie auch schon in den vergangenen Teilen immer weiter voran getrieben hat, und übernimmt den motivierenden und aufbauenden Part in der Freundschaft der beiden Frauen, die auch körperlich sichtbar gebeutelt sind von der harten Arbeit in der Mine.

Schon nach wenigen Spielminuten öffnet sich wie aus dem Nichts eine Tür für Kate Walker, als sie einen Brief aus der Heimat erhält, der sie über den Tod ihrer Mutter informiert. Gleichzeitig unterbreitet man ihr das Angebot, zur Beerdigung zurück nach Amerika reisen zu können, was allerdings die Gefahr birgt, dass sie sich vor Ort für Ihr Handeln in der Vergangenheit vor Gericht verantworten muss. An dieser Stelle möchten wir lobend herausstellen, dass uns die Protagonistin im Rahmen von gedanklichen Selbstgesprächen, genannt Introspektionen, Einblicke in ihre Gefühlswelt gibt, was eine gelungene Alternative zu den genretypischen Monologen ist, die die Hauptfiguren häufig mit sich selbst führen. Hierbei tragen gerade auch die wechselnden Kameraeinstellungen und die musikalische Untermalung zu einer intensiven Erfahrung bei, die durch beiläufigere Selbstgespräche, wie sie ebenfalls im Spiel zu finden sind, niemals in diesem Maße erreicht wird. Dadurch lassen sich auch solch emotionale Momente noch deutlich besser nachempfinden, was unsere Verbindung zu den Figuren zusätzlich verstärkt. Weiterhin hat Kate offenbar mit starken Schuldgefühlen zu kämpfen und muss sich dadurch immer wieder mit einer Stimme in ihrem Kopf auseinandersetzen. Diese ist aber, im Gegensatz zur gewöhnlichen Innerer-Monolog-Stimme, mit einem Verfremdungseffekt belegt und wirkt dadurch auch wirklich unangenehm und störend, so wie es eben mit einem schlechten Gewissen im realen Leben auch ist.

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Eine großartige Kulisse voller Emotionen

Zurück in der Vergangenheit finden wir uns in Danas Elternhaus wieder und erfahren, dass die junge Musikerin das Konzert bravourös gemeistert hat und sich nun dem Abschluss ihrer Ausbildung an der Akademie sowie ferneren Zielen in der großen weiten Welt widmen möchte. Dabei dürfen wir die stimmungsvoll eingerichteten Räume des Hauses bewundern, die noch einmal deutlich machen, dass die Reihe mit dem neuen Ableger in ein ganz anderes Zeitalter starten will. Ein großartig in Szene gesetzter Lichteinfall, der leichte Sepia-Ton der gesamten Umgebung, der noch einmal die besondere Aura 30er-Jahre herausarbeitet, oder auch die zahlreichen kleinen Details, die das Haus authentisch, lebendig und liebenswert machen, hauchen dem Schauplatz ab der ersten Sekunde Leben ein. Die dichte Kulisse, die quasi komplett auf Bewegungselemente verzichtet, wird dabei von dezenter trauriger Musik untermalt und gibt der Szenerie eine deutlich spürbare Schwere, die nicht besser hätte inszeniert werden können. Hier zeigt das Spiel, dass selbst ein statischer Hintergrund rundum begeistern kann, wenn er entsprechend feinsinnig gestaltet wird.

Dass The World Before aber nicht nur die romantische Nostalgie, sondern auch die gesellschaftlichen Spannungen und Konflikte zu Kriegszeiten beleuchtet, wird spätestens dann klar, als ein Passant mit einem Ziegelstein eine Scheibe von Danas Zuhause einwirft und die Familie im Vorbeigehen rüde beschimpft. Die Diskriminierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zu dieser Zeit wird also ohne vorgehaltene Hand thematisiert und schonungslos und ehrlich gezeigt, ohne dabei den mahnenden Zeigefinger zu erheben. Stattdessen zeigt das Spiel, welche Auswirkungen der allgegenwärtige Hass auf die Betroffenen hat und wie er deren Leben belastet und mitunter auch zerstört. Und auch, wenn die Kulisse in Syberia eine fiktive ist, lässt sich das Gezeigte hervorragend auf die Geschichte projizieren, sodass wir uns dabei auch sehr gut in all diejenigen hineinversetzen können, die den Zweiten Weltkrieg selbst miterlebt haben. In der Gegenwartshandlung kommen wir ebenfalls schon nach kurzer Zeit mit der Zeit des Krieges in Kontakt und finden Spuren und Objekte aus der Vergangenheit, wodurch nach und nach eine Verbindung zwischen den beiden Geschichten entsteht.

Klassisches Point-and-Click mit modernen Elementen

Gameplaytechnisch präsentiert sich The World Before im klassischen Point-and-Click-Gewand, sodass wir mit zahlreichen Objekten in unserer Umgebung interagieren und diese bei Bedarf auch näher untersuchen können. Auf diese Weise erhalten wir nützliche Informationen oder können Gegenstände aus unserem Inventar mit Elementen in der Spielwelt kombinieren, um voran zu kommen. Darüber hinaus haben wir die Chance, aufgesammelte Objekte in der Hand zu drehen und dadurch von allen Seiten zu betrachten, um weitere Details und versteckte Hinweise auszumachen. Weiterhin haben die Entwickler an vielen Stellen auch andere kleine Interaktionen eingebaut, sodass wir zum Beispiel auch mal ein Papier unter einem Bücherstapel herausziehen oder eine Schublade manuell aufziehen müssen, bevor die entsprechenden Gegenstände genauer untersucht werden können. Besonders begeistert hat uns hier auch die Auswirkung unserer Handlungen auf die Szenerie, denn wenn wir beispielsweise die Schubladen in Danas Zuhause offenstehen lassen, gibt es direkt eine Rüge vom Vater.

Bei der Fortbewegung in den räumlich begrenzten Arealen der Welt setzt das Spiel meistens auf eine teilweise feste Kameraperspektive, die uns den Schauplatz von einer bestimmten Seite zeigt, aber zumindest einen gewissen Spielraum bei der Kamerabewegung bietet. Hin und wieder wechselt der Titel aber auch in eine etwas eingeschränkte Third-Person-Perspektive oder zeigt uns den Charakter von vorne, wodurch gerade in größeren Arealen zusätzliche Freiheit und eine bessere Übersicht gewährt wird. Dadurch gelingt es, das klassische Point-and-Click-Spielgefühl zu erhalten, ohne dabei auf den Komfort moderner Spiele verzichten zu müssen. Bei der Suche nach passenden Objekten oder Hinweisen, die uns weiterbringen, können wir uns bei Bedarf auch Tipps und Hilfestellungen geben lassen, diese besitzen allerdings eine Abklingzeit und stehen daher nicht zu jeder Zeit zur Verfügung. Dadurch sind wir stets angehalten, die Umgebung selbst bis auf den letzten Stein zu untersuchen, bevor wir um Unterstützung bitten und uns damit natürlich auch einen Teil der Faszination eines Point-and-Clicks wegnehmen. Die Rätselaufgaben selbst fallen insgesamt sehr gefällig aus und haben uns nie über die Maßen gefordert, egal, ob wir bestimmte Objekte in der Umgebung aufspüren, eine Zeitung nach einem passenden Kontakt durchsuchen oder ein klassisches Kombinationsrätsel an einem Automatenbauteil lösen mussten. Sehr gut gefallen hat uns außerdem die Art und Weise, wie die verschiedenen Areale der Welt miteinander verknüpft sind. Hier setzt das Spiel auf eine nostalgische Tram-Bahn, die von einem Automaten-Zugführer bedient wird und uns ans zahlreiche atmosphärische Orte bringt, von den Vaghener Randbezirken, über das belebte Verkaufsviertel, bis hin zur abgelegenen Berghütte.

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Das grafisch beste Syberia aller Zeiten

Die älteren Syberia-Teile konnten auch schon mit ihrer eindrucksvollen Atmosphäre überzeugen, waren grafisch aber auch zu ihrer Zeit niemals auf einem ganz hohen Niveau. Das, was wir in The World Before geboten bekommen, ist hier definitiv ein ganz anderes Kaliber. So erwarten uns detailliert ausgearbeitete Schauplätze mit großartiger Atmosphäre, die mit vielen kleinen Details überzeugen können und auch Elemente wie Licht, Rauch Wasser oder Metall glaubhaft und realistisch darstellen. Hinzu kommt eine wirklich gute Umsetzung der Bewegung und auch der Mimik der Figuren, die gerade auch in den Close-ups in den Sequenzen sehr gut zu erkennen ist. So verraten die Gesichtszüge schon jede Menge über das Innenleben der Personen und auch Teilbereiche wie die Pupillen, die Haare oder die Mundbewegungen wirken natürlich und verleihen den Figuren einen echten Ausdruck, wodurch wir Wut, Trauer, Verzweiflung oder Freude genau erkennen. Neben den Gesichtern können sich aber auch die aufgesammelten Objekte in der Detailansicht fast durchgehend sehen lassen, denn hier warten meist gestochen scharfe Texturen auf uns, dank derer wir beispielsweise auch die Schriftzüge auf Dokumenten klar lesen können. Den einen oder anderen Aussetzer, wie pixelige Metalloberflächen an der Karosserie eines Motorrads, statt hochglänzender und spiegelnder Bauteile, müssen wir aber doch hinnehmen, diese halten sich aber insgesamt in Grenzen. Darüber hinaus überzeugt das Spiel mit einer natürlichen Darstellung von Stoffen oder Accessoires, die sich beim Laufen mitbewegen und dabei wirklich sehr schön nachschwingen und fallen.

Großartig ist auch der Einsatz von Farben und Beleuchtungselementen, denn wo die sepiafarbene Farbgestaltung und die warmen goldenen Lichter zur Zeit der 1930er eine eher beruhigende und wohlige Stimmung kreieren, sorgen die grellen Scheinwerfer und die nackten schwarz-grauen Wände in der Mine der Gegenwart für ein komplett konträres Empfinden, ebenso wie die fast schon erdrückenden und schier endlosen Schneemassen, die außerhalb des Gefängnisses auf uns warten. Wo in der Vergangenheit eher Trauer und Schwermut vermittelt werden, spürt man in der Neuzeit auf diese Weise deutlich härtere Emotionen und weitaus weniger Hoffnung. Auch die Musik und die Soundeffekte werden auf ähnliche Weise eingesetzt, sodass in den 30ern nachdenkliche Klavier- und Streicherklänge dominieren, wohingegen in Sibirien weitestgehend auf dissonante und unterschwellig bedrohliche Klangteppiche, auf große wuchtige Orchesterklänge sowie auf schrille teils wirklich unangenehme Soundeffekte gesetzt wird. Dabei ist es vor allem das harte und kalte Jetzt, das uns überrascht hat, denn ein romantisiertes und leicht melancholisches Steampunk-Gefühl, wie man es hier in Danas Geschichte erlebt, kennen wir so bereits aus den anderen Teilen der Reihe. Zu unserem Bedauern bleibt dieser harte Kontrast der beide Zeiten nicht sehr lange bestehen, den spätestens als Kate Walker etwa ein Jahr später im Vaghen der Neuzeit ankommt, um dort einem Hinweis nachzugehen, den sie in Sibirien entdeckt hat, fühlt sich The World Before auch in der Gegenwart dann doch recht schnell wie ein klassisches Syberia an. Dies ist natürlich erst mal nichts Schlechtes, der etwas rohere Ansatz hätte für unseren Geschmack aber gerne noch etwas beibehalten werden können, ebenso wie Kates neuer Kurzhaar-Look. Dennoch ist gerade auch in Vaghen sehr schön der Unterschied zwischen den beiden Dekaden zu erkennen und die Veränderung der Stadt lässt sich dank der gelungenen Präsentation nicht nur sehen, sondern auch fühlen.

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Nicht das volle Next-Gen-Potenzial genutzt

Um gerade auch einmal im Speziellen auf die PS5-Version einzugehen, möchten wir an dieser Stelle die wirklich extrem kurzen Ladezeiten hervorheben, die einen schnellen Spieleinstieg möglich machen. Das, was beim Hochfahren des Spiels noch am längsten dauert, sind die kurzen Videosequenzen, in denen Entwickler und Publisher ihre Logos präsentieren. Dagegen hätte bei den Spiegelungen und Lichteffekten gerne auch auf Raytracing gesetzt werden können, um die großartige optische Präsentation noch etwas besser zu machen. Außerdem verzichtet Syberia The World before leider gänzlich auf die DualSense-Funktionen, auch, wenn sich die adaptiven Trigger an einigen Stelle wirklich sehr gut gemacht hätten, beispielsweise beim Lösen der alten Bremsen einer Lore im Bergwerk. Die Vibrationen bleiben ebenfalls nur eindimensional und ignorieren das Potenzial, dass die PS5-Controller in Sachen haptisches Feedback bieten, bedauerlicherweise komplett. Hier hätte die hervorragend in Szene gesetzte Stimmung auf die Spitze getrieben werden können, schade, dass man sich an dieser Stelle etwas limitiert hat. Auch wäre es schön gewesen, wenn man die LED-Leuchte des Controllers noch etwas mehr in das Schaffen der Atmosphäre mit eingebunden hätte, was sich gerade aufgrund der starken farblichen Kontraste in Gegenwart und Vergangenheit angeboten hätte. Stattdessen leuchtet die Leiste lange Zeit durchgehend Blau, was zwar sehr gut nach Sibirien, aber nicht so richtig zu den Sepia-Farben der 1930er passt, auch, wenn die Helligkeit und der Farbton in der Vergangenheit wenigstens etwas heruntergefahren wurden. Später wechselt der Farbton dann in der Vergangenheit auch mal auf ein deutlich stimmigeres Orange. Es wirkt dabei aber eher willkürlich und nicht so, als wäre diese Entscheidung jetzt bewusst getroffen worden, um die Farben der 1930er zu unterstreichen. Wie man die kleine Lichtleiste hervorragend in das Gameplay integriert, hat uns jüngst God of War Ragnarök vorgemacht und so ähnlich hätte es auch sehr gut zu The World Before und seiner an sich großartig ausgearbeiteten Stimmung gepasst.

Fazit

Das neuste Abenteuer von Kate Walker ist sicherlich ihr zugänglichstes. So erwartet uns ein klassisches Point-and-Click-Adventure mit zeitgemäßer Steuerung, aber eben auch mit wichtigen Trademarks wie festen Kameraperspektiven, zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten in der Umgebung oder auch mit verschiedenen Rätseln. Letztere sind dabei insgesamt sehr gut lösbar, für echte Rätselfans vielleicht sogar etwas zu gut lösbar, sorgen dank unterschiedlicher Ansätze aber definitiv für Abwechslung. Die Geschichte des Adventures, bei der wir zwei unterschiedliche Zeitstränge spielen dürfen, ist hingegen rundum gelungen und entwickelt sich im Laufe der Zeit immer besser. Besonders hervorheben möchten wir an dieser Stelle die grafische Präsentation des Titels, denn hier steckt er alle älteren Ableger mühelos in die Tasche und holt die etwas angestaubte Spielereihe nach dem doch etwas missglückten dritten Teil in die Gegenwart. Die großartige Atmosphäre hätte mit Einsatz der zahlreichen Möglichkeiten des DualSense zwar noch deutlich intensiver ausfallen können, bleibt aber auch so zweifelsohne im Gedächtnis, gerade auch der ungewöhnlich harte und düstere Spieleinstieg. Mit The World Before hat sich eine meiner liebsten Adventure-Reihen in jedem Fall eindrucksvoll rehabilitiert und macht endlich auch wieder Lust auf mehr.

Pro:
  • Gelungene Story mit zwei Handlungssträngen
  • Schöner Kontrast zwischen Gegenwart und Vergangenheit
  • Zu Beginn eine etwas andere Kate Walker, von der wir gerne mehr gesehen hätten
  • Klassisches Point-and-Click im modernen Gewand
  • Abwechslungsreiche, wenn auch wenig fordernde Rätsel
  • Großartig inszenierte Schauplätze
  • Stimmungsvolle und facettenreiche Musik
  • Gelungene Details wie z. B. manuell zu öffnende Schubladen
Contra:
  • Immer wieder verwaschene Texturen bei verschiedenen Objekten
  • Steuerung hier und da etwas unpräzise
  • Großartiges Intro leider sehr kurz
  • Next-Gen-Potenzial nur bedingt genutzt
Story
4 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
4 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PS5

Unsere Wertung:

8.5 / 10
Ein begeisterter Konsolenspieler mit einem breit gefächerten Interessengebiet. Neben Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty gehören auch Action-Adventures wie klassische Assassin's Creeds, die Batman-Arkham-Reihe oder The Last of Us Part 1/2 zu den bevorzugten Titeln. Hinzu kommen Survival-Games wie ARK, Horror-Klassiker a la Resident Evil sowie Open-World-Abenteuer im Stile von Far Cry oder Red Dead Redemption. Sport-Franchises wie FIFA oder Tour de France erweitern das Interessenfeld, ebenso wie sämtliche Titel aus dem Star-Wars-Universum.

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