Review

The Outer Worlds – Fallout im Weltraum

Von Daniel Walter am 6. November 2019
Publisher: Obsidian Entertainment
Release: 25. Oktober 2019
Genre: Rollenspiel
Entwickler: Private Division
Verfügbar für: PC | PS4 | Xbox One
USK Altersfreigabe: 16

Mit The Outer Worlds legt uns Obsidian ein Weltraum-Abenteuer vor, das nicht nur Sci-Fi-Fans, sondern auch begeisterte Fallout-Spieler ansprechen soll. Wie uns das Rollenspiel gefallen hat, verraten wir euch hier.

Die Kolonie Halcyon befindet sich fernab der Erde und soll die Zukunft der Menschheit sein. Um die lange Reise zu überstehen, werden die ausgewählten Kolonisten während des Transports in eine Art Koma versetzt und vor Ort wieder aufgetaut. Beim Kolonieschiff Hope ist einiges schief gelaufen, sodass das Schiff vom Kurs abgekommen ist und Jahrzehnte hinter dem Zeitplan liegt. Ein vom Vorstand, den Leitern der Kolonie, gesuchter Pirat will eine Verschwörung rund um Halcyon aufdecken und verschafft sich Zutritt zum gestrandeten Kolonieschiff. Dort erweckt er einen Kolonisten, unseren wahlweise männlichen oder weiblichen Hauptcharakter, zum Leben, der ihn anschließend sowohl bei der Rettung der Hope als auch bei Aufdeckung der Verschwörung rund um die futuristische Kolonie helfen soll. Dabei erkennen wir schnell, dass die Kolonie vor dem Untergang steht und dass der Vorstand nicht unbedingt um das Wohl der Bewohner, sondern eher um sein eigenes besorgt ist.

Im Halcyon System bereisen wir viele verschiedene Monde und Planeten und finden uns außerdem auf gigantischen Raumstationen wieder. Wir kämpfen auf fremden Landabschnitten gegen wilde Kreaturen oder legen uns in riesigen Gebäudekomplexen mit der Regierung an. Dabei stehen uns, ähnlich wie in Fallout, stets mehrere Varianten zur Wahl. So können wir Wege freischalten, indem wir Bewohner und Soldaten in Dialogen geschickt manipulieren oder sie mit Geld bestechen. Auch können wir uns durch gesperrte Areale schleichen oder Computer hacken, um Türen zu öffnen, je nachdem, wie wir unsere gesammelten Fähigkeitspunkte verteilen. Dadurch ergeben sich zahlreiche Handlungsoptionen, die eng mit der Entwicklung unserer Figur zusammenhängen. Natürlich können wir uns auch immer für den aggressiven Weg entscheiden und uns mithilfe unserer Nahkampf- und Fernkampfskills durch feindliche Gruppierungen kämpfen, was je nach gewählter Schwierigkeitsstufe mal besser, mal schlechter machbar ist.

Sowohl das Kampfsystem an sich als auch das Aufwerten, Zerlegen und Verwerten der Waffen erinnern stark an Fallout, ebenso wie die gewählte Ego-Perspektive. Auch die zahlreichen Marken und Produkte, die uns in der Spielwelt immer wieder begegnen und mit eigenen Logos und Werbeanzeigen zum Leben erweckt werden, gleichen der Präsentation in der Fallout-Reihe, wie beispielsweise bei den Nuka-Cola-Produkten. Das Gameplay an sich, sowohl das Bereisen der verschiedenen Planeten, der Umgang mit dem Raumschiff oder auch die Tatsache, dass wir mehrere Begleiter um uns scharen können, die wiederum eigene Storyabschnitte und Hintergründe haben, lassen sich dagegen eher mit den Knights of the Old Republic Spielen vergleichen. Hier schafft das Spiel eine perfekte Balance zwischen den Charakteristiken dieser beiden großartigen Spielereihen und kombiniert sie zu einem rundum gelungenen, unterhaltsamen und abwechslungsreichen Weltraum-Abenteuer.

Wenn man etwas kritisieren möchte, sind es die sehr langen Ladezeiten, die beim Betreten eines neuen Areals auf uns warten. Besonders stark fallen diese ins Gewicht, wenn wir an einem Ort quasi nur ein kurzes Gespräch führen müssen und dann direkt wieder zurück gehen. In diesem Fall haben wir doppelte Ladezeiten für ein Gespräch von gefühlt einer Minute. Auch die Grafik an sich ist etwas altbacken. Zwar ist die Spielwelt äußerst detailliert, abwechslungsreich und atmosphärisch gestaltet, gerade die Gesichter oder die Texturen wirken aber schon ein wenig überholt und vermitteln den Eindruck, dass das Spiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Fazit:

The Outer Worlds hat mich ab der ersten Minute begeistert. Als leidenschaftlicher Fallout-Spieler und großer Fan der KotOR-Reihe habe ich mich sofort heimisch gefühlt, da der Titel das Spielgefühl beider Spielereihen perfekt kombiniert. Die Welten sind nicht zu groß und trotzdem hat man das Gefühl, sich überall frei bewegen zu können. Auch der Fokus auf Singleplayer-Inhalte und der Verzicht auf einen Multiplayer-Part muss in der Zeit von Servicegames an jeder Ecke lobend herausgestellt werden. Bis auf die nervigen Ladezeiten und die etwas altbackene Optik hat mich das Weltraum-Abenteuer rundum überzeugt und zählt definitiv zu meinen Highlights des Jahres.

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Pro:
  • Atmosphärische und abwechslungsreiche Welten
  • Gelungene Story
  • Verbindet Charakteristika von Fallout und KotOR
  • Glaubhafte, leicht überspitzte Charaktere
  • Viele Wege führen zum Ziel
  • Offene Welten, die nicht zu groß ausfallen
Contra:
  • Lange Ladezeiten beim Betreten neuer Areale
  • Optisch etwas altbacken
Story
4 von 5 Buddies
Gameplay
5 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Sound
4 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PS4

Unsere Wertung:

9.0 / 10
Ein leidenschaftlicher Konsolenspieler, der zur Not aber auch mal den PC anschaltet. Vor allem Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty werden gerne gezockt, aber auch Action-Adventures wie Assassin's Creed, Batman Arkham oder The Last of Us liegen regelmäßig im Laufwerk. Sporttitel wie Fifa oder Tour de France erweitern das Interessengebiet, ebenso wie MMOs oder sämtliche Titel aus dem Star Wars Universum.

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