Review

Thief Simulator – beweist euch als Dieb

Von Daniel Walter am 4. Oktober 2019
Publisher: Forever Entertainment
Release: 16. Mai 2015
Genre: Simulation
Entwickler: Noble Muffins
Verfügbar für: PC | Switch
USK Altersfreigabe: 12

Im Thief Simulator schlüpfen wir in die Rolle eines Diebs, der sich in einer amerikanischen Großstadt bereichert und dabei stetig neue Fähigkeiten erlernt. Ob uns die Simulation auf der Switch gefallen hat, verraten wir euch hier.

Die Geschichte des Thief Simulators wird anhand von Gesprächen mit einem zwielichtigen Kumpel voran gebracht, der uns regelmäßig per Smartphone kontaktiert und uns weitere Aufträge erteilt. Wir lernen zunächst die Grundlagen, wie den Einsatz eines Brecheisens, mit dem sich zum Beispiel marode Zäune zerlegen oder Scheiben einschlagen lassen. Unsere ersten Einbrüche verüben wir an leer stehenden Häusern, um ungestört hantieren zu können. Kleinere Gegenstände und Bargeld stecken wir einfach in den Rucksack, größere Objekte wie Fernseher müssen hingegen einzeln zum vorher abgestellten Auto getragen werden und sind daher besonders risikoreich. Nach einigen ungefährlichen Übungen müssen wir schon bald in ein erstes bewohntes Haus einbrechen und stehen so vor einer neuen Herausforderung. Es gilt, alte Schlösser mit dem Dietrich zu knacken, sich durch offen stehende Fenster und Türen zu schleichen und dabei keine Aufmerksamkeit zu erregen, also geduckt halten, nichts kaputt schlagen und schnell und vorsichtig vorgehen. Wenn wir Bewohner vorher beobachten, lassen sich auch Routinen feststellen, anhand derer wir Bewegungsmuster und Tagesabläufe erkennen. Später wird es immer schwieriger, sodass wir uns mit modernen Schlössern, Überwachungskameras oder Alarmanlagen auseinander setzen müssen. Aber auch unsere Fähigkeiten werden besser. So lernen wir, wie man an Ranken Häuser hochklettert, wie Überwachungssysteme gehackt werden oder können selbst Kameras installieren, um unsere Opfer auszuspionieren.

Immer, wenn wir etwas Illegales tun, müssen wir nicht nur die Bewohner des jeweiligen Hauses, sondern auch Passanten wie Autofahrer und Fußgänger in der offenen Nachbarschaft im Auge behalten, die die Polizei alarmieren, wenn sie etwas Auffälliges beobachten. Die Kleinstädter sind hier übrigens sehr kritisch und werden schon nervös, wenn unser Fahrzeug nicht auf einem Parkplatz, sondern einfach an der Straße steht, oder, wenn wir aus der vorher geöffneten Tür eines Hauses heraus spazieren. Man fühlt sich also nicht unbedingt wie in einem amerikanischen Vorort, sondern denkt unweigerlich an ein Dorf in Deutschland. Wenn wir einmal erwischt werden, müssen wir schnell sein und uns verstecken, damit uns die mit enormem Tempo anrückenden Polizisten nicht erwischen. Hier gilt es, schnellstmöglich in eine Mülltonne zu springen oder unter ein Bett zu kriechen, um sich zu verstecken. Die Polizisten sind glücklicherweise relativ dämlich und stehen vor einem riesigen Müllcontainer, ohne einmal hinein zu schauen, ob der gesuchte Dieb vielleicht dort ist. Nach einer Weile verschwinden die Beamten wieder, es sei denn, wir begehen während der Suche weitere Dummheiten oder lassen uns aufspüren.

Um einen Einbruch zu beenden, steigen wir in unser Fahrzeug und fahren hinter die markierten Stadtgrenzen. Nun entscheiden wir, ob wir uns nach Hause in unsere Garage oder in das Pfandhaus begeben, wo wir die gestohlenen Dinge verkaufen können. In der Garage haben wir dagegen die Chance, Tipps und Hinweise zu kaufen, unseren Vorrat an Einbruchswerkzeug aufzustocken oder Nebenaufträge anzunehmen, bei denen zum Beispiel Gemälde zerstört, Fenster eingeschlagen oder Teller zerstört werden müssen. Die optische Präsentation des Spiels, das uns die Welt aus der First-Person-Ansicht erkunden lässt, ist ansprechend, die Bewegungen der Figuren sind aber hier und da etwas hölzern. Auch die Ladezeiten sind teilweise recht lang, gerade wenn es nur um kurze Ausflüge zum Pfandhaus oder in die Garage geht.

Fazit:

Der Thief Simulator hat mich wirklich überrascht. Das Spiel macht von Beginn an Spaß und fordert unsere Kreativität beim Verüben der Einbrüche. Hier werden Erinnerungen an Titel wie Hitman wach, nur dass wir eben nicht als Auftragskiller, sondern als Dieb unterwegs sind. Der steigende Schwierigkeitsgrad ist motivierend und auch die Nebenaufträge sind für Zwischendurch wirklich nett. Kleinere Abstriche gibt es für die Intelligenz der Cops, für die sehr kritischen Einwohner der Stadt sowie für die etwas hölzernen Bewegungen. Dennoch kann die Simulation insgesamt wirklich überzeugen und lässt uns auf gelungene Art und Weise in den Alltag eines Diebs eintauchen.

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Pro:
  • Motivierender Schwierigkeitsgrad
  • Regelmäßig neue Herausforderungen und Fähigkeiten
  • Beim Einbrechen ist unsere Kreativität gefragt
  • Story sorgt für gewissen Rahmen
Contra:
  • KI der Cops ausbaufähig
  • Sehr wachsame Einwohner
  • Teils hölzerne Bewegungen
  • Ladezeiten recht lang
Story
3 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Atmosphäre
4 von 5 Buddies
Abwechslung
4 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: Switch

Unsere Wertung:

7.5 / 10
Ein leidenschaftlicher Konsolenspieler, der zur Not aber auch mal den PC anschaltet. Vor allem Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty werden gerne gezockt, aber auch Action-Adventures wie Assassin's Creed, Batman Arkham oder The Last of Us liegen regelmäßig im Laufwerk. Sporttitel wie Fifa oder Tour de France erweitern das Interessengebiet, ebenso wie MMOs oder sämtliche Titel aus dem Star Wars Universum.

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