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Tour de France 2026Tour de France 2026
Review

Tour de France 2026 im Test: Mit dynamischem Wetter zu neuen Höhen?

Von Daniel Walter am 10. Juni 2026. Getestet auf PS5. 7 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Kurz vor dem Start der diesjährigen Frankreichrundfahrt kommt mit Tour de France 2026 auch das zugehörige Videospiel auf den Markt. Nach dem großen Grafikupdate im vergangenen Jahr, schrauben die Entwickler dieses Mal am Realismus der Präsentation. Ob der Plan aufgeht, zeigt unser Test.

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Neuer Look und bessere Zugänglichkeit

Was direkt zu Beginn auffällt, ist, dass das Menü von Tour de France optisch aufgewertet wurde und auch der Soundtrack im Menü mal eine Überarbeitung erfahren hat. Dadurch wirkt die grundlegende Präsentation direkt frischer und aufgeräumter und auch die altbekannten Instrumentaltracks wurden gegen neue mit ähnlichem Klanggerüst getauscht, sodass auch hier ein frischer Wind weht. Schön ist auch, dass in diesem Jahr an der Zugänglichkeit geschraubt wurde. So lassen sich spezielle Filter für farbenblinde Menschen auswählen, die Probleme mit roten, grünen oder blauen Farbtönen haben. Auch die Größe und Position der Untertitel sowie die Hervorhebung der Texte oder Fenster kann angepasst werden, ebenso wie die Farbgebung der Controllersymbole.

Altbekannte Lizenzen...

Bei den Rennlizenzen hat sich wenig getan, sodass uns natürlich in erster Linie die vollständig lizenzierte Tour de France dieses Jahres erwartet, bei der es nicht nur ein spektakuläres Auftaktmannschaftszeitfahren in Barcelona gibt, sondern beispielsweise auch zwei Bergankünfte am legendären Anstieg Alpes d'Huez sowie ein packendes Finale in Paris mitsamt der Steigungen zum Montmartre, die die letzte Etappe deutlich aufregender machen.

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Hinzu kommen ein welliges Einzelzeitfahren, Bergankünfte in Gavarnie-Gedre, Orcieres-Merlette oder auf dem Plateau de Solsaison sowie drei hügelige Etappen für die Puncheure und ganze acht Flachetappen für die Sprinter. Neben der Tour de France sind mit Paris-Nizza und der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (ehemals Critérium du Dauphiné) weitere offizielle Mehrtagesrennen dabei, bei den Grand Tours bleibt es aber bei der Frankreichrundfahrt. Ergänzt werden die offiziellen Rundfahrten erneut durch Fantasiestrecken wie die Euro Tour, die Open Tour oder den Curcuit Grand Est, mit denen man die Saison auffüllt. Außerdem gibt es wieder mehrere große Eintagesklassiker zu bestreiten, wie Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und den Wallonischen Pfeil oder auch an echte Rennen angelehnte Fantasiekurse, die zum Beispiel das Flair von Mailand-San Remo einfangen, jedoch ohne den echten Namen. Ein Highlight ist hier das Muscat Classic, das sich am Saisonbeginn in den arabischen Ländern orientiert und entsprechend Meer, Wüste und Palmen als optische Neuerung mitbringt und dabei sehr stimmungsvoll ausfällt.

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Abgerundet wird das Aufgebot wieder durch mehrere WM-Kurse, sodass insgesamt leider keine größeren Überraschungen zu vermelden sind und man auch in diesem Jahr den Fokus auf der Tour den France als Hauptlizenz bestehen lässt. Mehr echte Strecken würden der Simulation in jedem Fall einen echten Mehrwert geben, hier hat sich in den letzten Jahren aber insgesamt wenig getan. Bei den Teams gibt es dagegen nichts zu meckern, da die Profi-Mannschaften flächendeckend mit echtem Namen und originalem Trikotdesign vertreten sind und auch die wichtigen Fahrer mitsamt echten Porträts sind Teil des Spiels für eine authentische Tour-Erfahrung.

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... und Spielmodi

Auch bei den Spielmodi bleibt im Prinzip alles beim Alten. So können wir die einzelnen Rennen und Rundfahrten nicht nur einzeln bestreiten, sondern auch eine Team- oder Fahrerkarriere starten - die beiden großen Modi von Tour de France. Auf beides gehen wir gleich noch näher ein. Darüber hinaus wartet mit der Club Tour erneut ein Multiplayer-Modus auf uns, der sich aus drei Spieloptionen zusammensetzt. So geht es beim "Rennen" darum, bestmögliche Ergebnisse bei wechselnden Herausforderungen einzufahren, um sich in Bestenlisten nach oben zu schieben. Bei der "Abfahrt" dreht sich ebenfalls alles um Highscores, diesmal aber um die Zeit, die wir benötigen, um von einem Berggipfel nach unten zu fahren. Bei beiden Varianten gibt es aktuelle, monatliche und jährliche Bestenlisten. Darüber hinaus wartet mit dem Kriterium auch ein "echter" Mehrspielermodus, bei dem es darum geht, mit dem eigenen Team gegen bis zu fünf Gegner online anzutreten. Das Spannende an diesem Modus ist, dass wir mehrere Teams mit individueller Spezialisierung besitzen (z. B. Berg, Flach oder Hügel), die aber durch die Zufallsauswahl nicht zwingend immer in ihrem bevorzugten Bereich zum Einsatz kommen. Hinzu kommen Zufallsereignisse während der Rennen, die für zusätzliche Spannung sorgen.

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Mit dem eigenen Team oder Profi an die Spitze

In der Teamkarriere erstellen wir wie gewohnt ein eigenes Team, mit dem wir es mit den großen Mannschaften aufnehmen. Dabei legen wir Name, Nation, Trikotdesign und Ausrüstung fest, stellen unser Team mit mindestens sechs Fahrern zusammen (die großen Namen müssen natürlich erst freigespielt werden). Anschließend widmen wir uns dem Rennkalender, der erst nach und nach voller wird, wenn wir uns als Mannschaft einen Namen gemacht und durch Ergebnisse entsprechend Punkte für die Team-Rangliste gesammelt haben. Abseits der Rennen gibt es im Team-Modus wie immer kaum etwas zu tun, sodass der Fokus klar auf der Action auf dem Rad liegt.

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Als zweite Karriereoption steht die Fahrerkarriere bereit, die zunächst ähnlich beginnt: Wir erstellen ein eigenes Team mitsamt Name, Trikot, Ausrüstung und Nation, bevor wir dann einen individuellen Fahrer hinzufügen. Hier lassen sich, ergänzend zu Name, Hautfarbe und Herkunft, zudem Alter, Größe und Gewicht sowie Trittgeschwindigkeit und Spezialisierung festlegen und auch zehn unterschiedliche Avatare mit verschiedenen Frisuren oder Bartstilen stehen bereit - diese lassen sich allerdings nicht verändern. Im weiteren Verlauf der Karriere versuchen wir, mit unserem Fahrer vorgegebene Ziele zu erreichen, um ihn in unterschiedlichen Kategorien zu verbessern und seine individuellen Stärken herauszuarbeiten. Je nachdem, welchen Zielen wir uns widmen, entscheiden wir damit, ob wir beispielsweise einen reinrassigen Bergfahrer oder Sprinter aufbauen oder, ob wir auch andere Spezialisierungen wie Flach, Hügel, Antritt, Kopfsteinpflaster oder Zeitfahren ausbauen und dadurch am Ende einen kompletten Fahrer mit Leaderqualitäten erhalten. Auf Wunsch können wir beide Karrieren übrigens auch in einer realen Mannschaft an der Seite echter Profis bestreiten - die Fahrerkarriere lässt sich aber lediglich mit einem selbst erstellten Charakter erleben, der allerdings auch im Profistall anheuern kann.

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Eine hochwertige Präsentation mit neuem Fokus

Der Enginewechsel im vergangenen Jahr hat der Sportreihe richtig gut getan und in diesem Jahr wirkt die Grafik sogar noch ein Stück ausgereifter. Spektakuläre Lichteinfälle, tolle Spiegelungen auf dem Wasser, abwechslungsreich gestaltete Fans am Streckenrand, glaubhafte Animationen der Profis auf dem Rad oder auch die großartige Weitsicht auf lang gezogenen Streckenabschnitten - Tour de France 2026 macht optisch auf jeden Fall richtig was her. Hinzu kommen zahlreiche neue englische Kommentare, die die alt eingesessenen Floskeln ergänzen und somit auch in diesem Bereich für Abwechslung sorgen.

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Das größte Highlight in diesem Jahr ist aber die Einführung des dynamischen Wetters, das dem Spielgefühl und auch der Präsentation eine völlig neue Ebene verleiht. Strahlender Sonnenschein und bewölkter Himmel gehören nun ebenso zum Repertoire wie Niederschläge und verschiedene Temperaturen. Das Ganze sieht dabei vor allem optisch richtig schick aus, egal, ob es um den Niederschlag an sich, um die Wolkenformationen oder die Pfützen auf der Straße geht. Die Witterung hat dabei aber auch Einfluss auf das Rennen. Windkanten sind hierbei nichts neues und waren schon früher Teil des Spiels, neu sind dagegen die nassen Straßen. Fahren wir nämlich nicht behutsam genug in eine Kurve bei nasser Fahrbahn, können die Räder blockieren, was ein Rutschen und im schlimmsten Fall einen Sturz nach sich zieht. Hier ist ein geschickter Umgang mit der Bremse notwendig, um ein Ausbrechen des Rads oder gar einen Sprung über die Leitplanke zu verhindern. Die speziellen Herausforderungen für die Fahrer während einer Abfahrt werden dabei sehr viel besser eingefangen als früher, die Steuerung wird dadurch aber auch ein Stück weit anspruchsvoller.

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Fazit

Es gab in den letzten Jahren immer wieder viel auf und ab bei den Tour de France Radsportspielen und diesmal fühlt es sich wieder eher nach Stillstand an. Nach dem großartigen Grafiksprung im letzten Jahr konnte man die wenige Bewegung, die man beim Gameplay gemacht hat, noch recht gut tolerieren, da das Radsportspiel optisch enorm nach vorne gebracht wurde. Dieses Mal konzentriert man sich auf die Einführung des Wetters, was dem Spiel nicht nur von der Stimmung und Optik her gut tut, sondern auch interessante neue Skills von uns erfordert, wenn es beispielsweise auf regennasser Fahrbahn bergab geht. Dadurch wird das Gameplay runder und insgesamt auch realistischer - als Hauptänderung im Vergleich zum Vorjahr ist das Ganze aber recht dünn. Ja, wir dürfen uns auf eine tolle neue Strecke im arabischen Raum freuen, die das Frühjahr gelungen einleitet, aber sonst ist der Stillstand bei den Lizenzen und gerade auch bei den Spielmodi, die quasi unverändert aufschlagen, etwas ernüchternd. In jedem Fall profitiert das Spiel in diesem Jahr von einer interessanten und abwechslungsreichen Streckenführung der Tour de France mit vielen Highlights, nach all den Jahren wäre aber eine umfassendere Karriere mit wenigstens rudimentären Managementfunktionen oder gerne auch einer zeitgemäßen Inszenierung um die eigentlichen Rennen herum wünschenswert. Als Fan der Reihe, die mich seit vielen Jahren begleitet, hatte ich auch diesmal meine Freude mit Tour de France 2026, es würde mich aber umso mehr freuen, wenn in Zukunft mal ein wenig mehr Innovation Einzug halten würde, gerade bei der Aufmachung der Karrieren. 

Pro:
  • Ansprechende Grafik und Präsentation
  • Dynamisches Wetter erhöht Atmosphäre und Realismus
  • Anspruchsvollere und spannendere Abfahrten bei Regen
  • Barrierefreiheits- und Zugänglichkeitsoptionen
  • Lizenzierung aller großen Teams und wichtigen Fahrer
  • Abwechslungsreiche Streckenführung der diesjährigen Tour de France
Contra:
  • Keine Neuerungen bei den Spielmodi
  • Rennlizenzen bleiben quasi unverändert
  • Nur die Tour de France als Grand Tour enthalten
  • Karriere-Modi nach wie vor weitestgehend auf die Rennen beschränkt
  • Wenig Innovation im Vergleich zum Vorjahr
Gameplay:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
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Atmosphäre:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 7 / 10
Spiel getestet auf: PS5

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Daniel Walter

Daniel Walter

Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.

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