

Windblown im Early-Access Test: Rasante Roguelite-Action mit kleinen Schwächen
Mit Windblown wagt sich Motion Twin, das Studio hinter Dead Cells, erneut in die Welt der Roguelites. Diesmal geht es noch schneller und explosiver zur Sache. Doch kann das neue Abenteuer mit dem legendären Vorgänger mithalten, oder weht hier nur heiße Luft?
Atmosphärische Welt mit versteckter Lore
Die Story von Windblown hält sich angenehm im Hintergrund und gibt euch genug Raum, euch aufs Gameplay zu konzentrieren. Ihr startet als ein mysteriöser Kämpfer, der in einer düsteren Welt voller Gefahren nach einer Möglichkeit sucht, die eigenen Fähigkeiten zu verbessern und die Geheimnisse der Umgebung zu lüften. Erzählt wird das Ganze in kryptischen Andeutungen und durch Lore-Schnipsel, die ihr in der Welt findet. So entsteht eine dichte Atmosphäre, ohne dass euch die Handlung zu sehr an die Hand nimmt. Wer auf tiefgründige Dialoge und emotionale Erzählstränge hofft, wird hier enttäuscht. Dafür punktet Windblown mit seiner Welt, die euch durch subtile Hinweise und stimmige Umgebungen neugierig macht.
Hektische Kämpfe und spannende Bossfights
In Windblown kämpfen wir uns von Biom zu Biom, erledigen Feinde und sammeln nützliche Upgrades und neue Waffen, um stärker zu werden. Nach jedem Abschnitt begegnen wir anspruchsvollen Bossen, die unsere Fähigkeiten auf die Probe stellen. Scheitern wir, beginnt der Lauf von vorn – allerdings mit der Chance, durch permanente Verbesserungen immer besser gerüstet zu sein. Das Herzstück ist das schnelle und flüssige Kampfsystem. Jede Waffe verfügt über einen Standardangriff und einen mächtigen Finisher-Move. Besonders im Fernkampf fühlten wir uns oft im Vorteil, da Nahkampfangriffe riskanter wirken und gefühlt weniger Schaden verursachen. Dies könnte an der Spielbalance liegen oder einfach an unserem bevorzugten Fernkampf-Spielstil. Die Steuerung ist intuitiv und präzise. Bewegungen gehen leicht von der Hand, und die Vielzahl an Manövern – von Dashes über Ausweichmanöver bis hin zu spektakulären Finishern – sorgt für ein rasantes und forderndes Spielgefühl. Besonders hervorzuheben ist das clevere Timing-System, das euch für präzise Angriffe belohnt und so einen schönen Flow erzeugt. Das Gameplay ist stark auf Dynamik und Bewegung ausgelegt. Ständige Positionswechsel, das gezielte Ausweichen von gegnerischen Angriffen und das Kombinieren eurer Fähigkeiten sorgen für einen permanenten Adrenalinrausch. Besonders in späteren Abschnitten, wenn Feinde verstärkt Angriffsformationen und aggressive Attackenmuster einsetzen, wird eine gute Taktik entscheidend.
Das Waffenarsenal in Windblown umfasst eine Vielzahl von Nah- und Fernkampfwaffen, die jeweils unterschiedliche Spielstile fördern. Neben schnellen Dolchen, wuchtigen Schwertern und magischen Stäben gibt es auch ausgefallenere Waffen wie Kunais oder Armbrüste. Jede Waffe hat einen einzigartigen Finisher-Move, der besonders in hektischen Kämpfen entscheidend sein kann. Während des Spiels findet ihr außerdem nützliche Upgrades, die eure Fähigkeiten erweitern. Manche verbessern eure Schadenswerte, während andere defensive Boni oder neue Bewegungsmanöver freischalten. Die Bosskämpfe stellen das absolute Highlight dar: knackig und herausfordernd, verlangen sie einem vollen Einsatz und taktisches Geschick ab. Insbesondere, wenn man ein bestimmtes Upgrade freischaltet, das den Charakter automatisch nach vorne sprinten lässt, kann das zu einem echten Effektgewitter führen. In Kombination mit den ohnehin schnellen Bewegungsabläufen kann dies bei empfindlichen Spielern potenziell Motion Sickness auslösen – auch wenn dies im eigenen Spieldurchlauf nicht auftrat.
Ein weiteres Highlight ist das Leveldesign. In den abwechslungsreichen Biomen gibt es nicht nur viel zu entdecken, sondern auch diverse versteckte Truhen und Geheimgänge, die zum Erkunden einladen. Wer sich die Zeit nimmt, abseits der Hauptwege zu suchen, wird mit wertvollen Items und hilfreichen Boni belohnt. Windblown belohnt Geduld und strategisches Denken. Wer einfach wild auf Gegner eindrischt, wird schnell scheitern. Stattdessen ist es entscheidend, die Angriffsmuster der Feinde zu studieren und gezielt Konter- und Finisher-Moves einzusetzen. Das clevere Zusammenspiel aus Bewegung, Timing und Angriffswahl macht "Windblown" zu einem Spiel, das sich angenehm anspruchsvoll anfühlt, ohne unfair zu sein.
Langsamer Fortschritt und wenig Abwechslung bei den Waffen
Obwohl Windblown viele motivierende Elemente bietet, zeigt sich beim Progressionssystem noch Verbesserungspotenzial. Neue Waffen und Ausrüstungen könnten etwas schneller freigeschaltet werden. Vor allem wenn man an einem besonders schweren Bosskampf scheitert, könnte früherer Zugang zu neuen Items die Motivation weiter oben halten. Hier wären zukünftig mehr Waffen und Variation wünschenswert. Das derzeitige Waffenarsenal wirkt zwar durchdacht, aber etwas eingeschränkt. Wer das Spiel viele Stunden spielt, wird sich wünschen, dass neue Ausrüstungen früher oder in größerer Vielfalt verfügbar sind. Gerade wenn man wiederholt an einem Boss scheitert, kann das Gefühl entstehen, lange Zeit mit den gleichen Waffen festzustecken. Darüber hinaus wirkt der Umfang des Spiels noch etwas begrenzt. Zwar sorgen abwechslungsreiche Biome und gut designte Gegner für Spielspaß, doch wer nach vielen Stunden jeden Winkel erkundet hat, wird sich eventuell nach mehr Inhalten sehnen.
Visuell eindrucksvoll, aber manchmal etwas zu hektisch
Der Soundtrack ist einer der größten Pluspunkte von Windblown. Mit dynamischen und packenden Tracks sorgt die Musik in den actionreichen Kämpfen für die richtige Stimmung und treibt die Spannung nach oben. Besonders in intensiven Bosskämpfen erreicht der Sound seine Höchstform und unterstreicht die Dramatik der Situation. Auch die verschiedenen Biome – von kargen Felsenlandschaften bis zu dichten Wäldern – sind stimmig gestaltet und laden zum Erkunden ein. Die detailreiche Umgebung bietet zahlreiche visuelle Hinweise, die euch dabei helfen, versteckte Geheimnisse zu finden. Versteckte Truhen und geheime Areale belohnen Neugierige, die die Umgebung gründlich absuchen. Technisch läuft das Spiel größtenteils sauber, allerdings kann es bei besonders effektlastigen Szenen zu kleinen Rucklern kommen. Diese sind jedoch selten und beeinträchtigen das Spielgefühl kaum.
Fazit
Windblown punktet mit einem starken Kampfsystem, cleverem Leveldesign und einem grandiosen Soundtrack. Besonders Fans von Titeln wie "Dead Cells" oder "The Binding of Isaac" dürften hier auf ihre Kosten kommen. Wer sich von knackigen Bosskämpfen nicht abschrecken lässt und die Herausforderungen eines Roguelites liebt, wird viele spannende Stunden erleben. Allerdings sollten Spieler, die auf eine umfassende Auswahl an Waffen und Items setzen, noch etwas Geduld mitbringen. Auch das Progressionssystem wirkt noch nicht ganz ausgereift. Dennoch: Windblown hat das Potenzial, mit weiteren Updates und Inhalten zu einem echten Genre-Highlight heranzuwachsen. Ich bin gespannt!
- Flüssiges und schnelles Kampfsystem
- Spannende Bosskämpfe mit fordernden Mechaniken
- Abwechslungsreiche Biome und stimmige Atmosphäre
- Hervorragender Soundtrack
- Versteckte Areale und geheime Truhen laden zum Erkunden ein
- Präzise Steuerung und durchdachtes Leveldesign
- Starke Präsentation mit visuellen Highlights
- Belohnendes Erkunden durch versteckte Items
- Begrenzter Umfang
- Fortschrittssystem könnte besser ausbalanciert sein
- Waffenbalance wirkt unausgegoren, Nahkampf fühlt sich benachteiligt an
- Potenzielles Risiko für Motion Sickness durch hektische Bewegungen und Effekte
- Gelegentliche Ruckler in effektgeladenen Szenen
- Wenig Vielfalt bei den Waffen im Vergleich zu Genregrößen

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.