Review

Horizon: Forbidden West im Test: Ein unglaubliches Kunstwerk

Von Dominik Probst am 14. März 2022
Publisher: Sony
Release: 18.02.2022
Genre: Action-Adventure
Entwickler: Guerrilla Games
Verfügbar für: PS4 | PS5
USK Altersfreigabe: 12

Fünf Jahre mussten wir seit der Veröffentlichung des Hits Horizon: Zero Dawn auf eine Fortsetzung warten. Doch 2022 war es endlich so weit und unsere Geduld wurde mit Horizon: Forbidden West belohnt. Ob das Spiel an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen kann, finden wir im Test heraus.

horizon forbidden west 2022 03 14 21h09m48s964

Ein Blick in das, was war

Achtung, im nachfolgenden Absatz gehen wir kurz auf die Geschichte von Zero Dawn ein. Solltest du das Spiel noch nicht gespielt haben, springe bitte bis zur nächsten Überschrift!

Vor eintausend Jahren sind die Alten wegen eines Fehlers durch ihre gebauten Maschinen gestorben. Jegliches Leben wurde ausgelöscht. Mithilfe einer superintelligenten KI namens GAIA und ihren neun Unterfunktionen konnte die Welt wieder neu erbaut und besiedelt werden. Dabei wird die Kreation von Maschinen bewahrt und beschützt. Diese Prozedur stellte das eigens entwickelte Terraforming-System (Zero Dawn) zur Verfügung. Durch ein unbekanntes Signal wurde eine von GAIAs Unterfunktionen namens HADES erweckt, der für die Zerstörung verantwortlich ist. Dieser wollte nun die Welt auslöschen, doch hatte dabei nicht mit Aloy gerechnet.

Aloy ist eine ausgestoßene Nora, einem Volk, bestehend aus Jägern, das ganz im Osten des Landes beheimatet ist. Wie durch ein Wunder wurde sie von GAIA aus dem Genmaterial von Elisabet Sobeck geschaffen, der Schöpferin von Zero Dawn und GAIA, um die erneute Ausrottung der Welt zu verhindern. In einer riesigen Schlacht in der Stadt Meridian konnte Aloy mit ihren Freunden HADES den Garaus machen und die Welt vorerst retten. Bis heute.

horizon forbidden west 2022 03 14 21h09m56s763

Jetzt geht es erst richtig los

Wir steigen kurz nach den Geschehnissen aus Teil 1 in Forbidden West ein. Die Welt steht erneut vor dem Untergang, denn das Land stirbt. Felder werden von einer mysteriösen Pflanzenart verschluckt, welche hochgradig giftig ist. Immer stärker werdende Stürme brauen sich zusammen und das Wasser kippt ebenfalls und wird damit ebenfalls unnutzbar. All das nur, weil Zero Dawn außer Kontrolle geraten ist. Seit Monaten ist Aloy unterwegs, auf der Suche nach einem Backup von GAIA, um mit ihrer Hilfe Zero Dawn zu starten und die Welt zu heilen. Doch die Suche danach gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Jeder Hinweis, dem sie nachgeht, verläuft sich irgendwann im Sand. Doch wie auch schon im ersten Teil können wir, zumindest was Informationen angeht, auf eine bestimmte Person zählen: Sylens. Er lockt uns in den verbotenen Westen, da er dort eine Entdeckung gemacht hat, die wir uns unbedingt ansehen sollen. Aufgrund mangelnder Alternativen geht Aloy diesem Hinweis nach. Und so beginnt unsere Reise durch Horizon: Forbidden West, welche von einer hervorragend inszenierten und beeindruckenden Geschichte geprägt ist. Andere Spiele können sich von der hier vorherrschenden Detailtiefe eine Scheibe abschneiden. Der Spannungsbogen wird auch über das komplette Abenteuer hin aufrechterhalten und verliert nie an Reiz. 

Und ab geht es in die Action

Was bei Forbidden West im Gegensatz zum Vorgänger direkt auffällt, ist, dass wir sozusagen gleich ins Geschehen geworfen werden. Hatten wir bei Zero Dawn noch die ganze Hintergrundgeschichte von Aloy vor uns, wie sie aufwuchs usw., gehen wir hier sofort ran ans Werk. Die Grundlagen werden uns natürlich noch mitgeteilt. Zu diesen gehört das Sammeln von Pflanzen, beispielsweise heilende Beeren oder Rainholz. Letzteres wird zur Herstellung von Pfeilen benötigt. Ebenfalls lernen wir das Ausrüsten von Waffen und wie wir uns mit Munition oder Fallen ausstatten. Mit diesen Basics steht uns nicht mehr viel im Weg, um uns vollkommen auszutoben.

Dementsprechend schnell treffen wir auch auf die ersten feindlich gesinnten Maschinen: Gräber. Dank unseres Fokus lassen sich Gegner scannen und analysieren. Dabei finden wir zum einen das Level des Feindes heraus, seine Schwächen und seine Resistenzen gegenüber bestimmten Elementarangriffen und dessen Bauteile. Letztere sind ein wirklich spannendes Thema, denn es gibt zum einen Schwachstellen, die uns extrem viel Schaden anrichten lassen, wenn wir sie denn treffen. Zum anderen gibt es beispielsweise Rohstoffbehälter, welche wir looten können, sofern wir diese vor dem Ableben der Maschine von ihr trennen. 

Weiterhin hat so gut wie jede Maschine ein Bauteil, das als Haupt-Upgrade-Rohstoff gekennzeichnet ist, und meist auch irgendwelche Behälter wie Lohe oder Säuretanks, welche beim Explodieren gut Schaden verursachen. Hier gilt es vor allem darauf zu achten, was uns der Fokus mitteilt, denn nicht jedes Teil, das abgetrennt wird, kann auch gelootet werden. Manche Teile dürfen eben NICHT zerstört werden, um an die Beute heranzukommen. Also gut aufpassen, was ihr vorhabt.

horizon forbidden west 2022 03 14 21h10m25s510

Die richtige Waffe muss es sein

Aloy kann bis zu sechs verschiedene Waffen ausrüsten. Zur Verfügung stehen uns hierbei unterschiedliche Bogenarten, wie beispielsweise der typische Jägerbogen, mit dem wir starten, oder aber Kriegerbögen, welche eher für einen Kampfstil nahe am Gegner geeignet sind. Für die Präzisionsschützen gibt es Scharfschussbögen. Sprengschleudern sind auch mit dabei, die ihr Projektil eben auf den Feind schleudern können. Mithilfe von Seilwerfern lassen sich Kanister am Ziel anbringen. Und einige weitere Waffen.

Für den Nahkampf eignen sich vor allem Fallen, die wir selbst herstellen können. Oder wir nutzen unseren Speer, um per R1 leichte oder per R2 schwere Angriffe auszuführen. Ein cooles Feature ist hier der sogenannte Resonator-Stoß, welcher uns am Gegenüber einen Ring aus Energie anzeigt. Wird dieser mit dem Bogen getroffen, fällt unser Ziel erst mal um und wird kurze Zeit bewegungsunfähig. Dabei wird noch eine Menge Schaden verursacht. Es gibt noch ein paar weitere Aktionen, die ausgeführt werden können, auf die wir hier nicht weiter eingehen werden.

Die Kämpfe sind spaßig und auch sehr fordernd, je nachdem auf welchem Schwierigkeitsgrad wir spielen. Dabei sind sie trotzdem nicht unfair, sofern unser Level ähnlich hoch wie das unseres Ziels ist. Was uns hier vor allem gefällt, ist die Möglichkeit, unseren ganz eigenen Spielstil zu entwickeln, dank der verschiedenen Waffenarten und Skills. Damit lassen sich die Auseinandersetzungen entweder in einem Actionfeuerwerk spielen, bei dem wir viel in Bewegung sind, springen und oft von Fern- in den Nahkampf wechseln oder aber wir nutzen unsere Deckungen, lassen uns nicht sehen und greifen bewusst aus der Ferne an. Wir können  uns auch die Umgebung zu eigen machen, welche oft irgendwelche Aktionen bietet, die am Gegner irgendwie Schaden anrichten können. 

Alles andere als langweilig

In Horizon: Forbidden West wird uns auf jeden Fall alles andere als langweilig. Die Open-World ist riesig und gefüllt mit einer Unmenge an verschiedenen Aktionen. Seien es Brutstätten, die erobert werden möchten, um uns so die Überbrückung von bestimmten Maschinen zu ermöglichen, Rebellenlager, die zerschlagen werden müssen, Herden von Maschinen, die es zu erlegen gilt, untersuchbare Ruinen, Jagdgebiete und Langhälse. Hierbei dürfen auch nicht die Nebenquests vergessen werden und auch ein Brettspiel namens Streit. Es gibt aber natürlich noch vieles mehr. Dabei wirken die einzelnen Teile nie ausgelutscht oder langweilig. 

Unsere Waffen und Outfits lassen sich auch upgraden. Dafür werden verschiedene Maschinenteile benötigt sowie die Währung namens Metallscherben. Unser Fertigkeitenbaum ist auch riesig, was wiederum ein sehr individuelles Spielerlebnis erzeugt. 

 

horizon forbidden west 2022 03 14 21h12m30s498

Next-Gen-Optik

Grafisch überzeugt uns das Spiel auf der PS5 voll und ganz. Die Spielwelt ist unglaublich detailliert und liebevoll gestaltet. Man merkt sofort, dass hier eine Menge Arbeit, Fleiß und Liebe hineingesteckt wurde. Kein Ort gleicht dem anderen und alles wirkt in sich stimmig. Schaut man sich in der Natur um, finden sich unzählige verschiedene Pflanzenarten am Boden, etliche Wurzeln von Bäumen, Gras, Tiere, Steine und vieles mehr. Die Areale wirken harmonisch und alles andere als leer. Dazu kommen Partikeleffekte, die die Stimmung abrunden. 

Detailreich sind ebenfalls die Charaktermodelle unserer Gegner. Was uns aber am meisten beeindruckt hat, sind die Menschen und vor allem Aloy. Fast unglaublich, was die Entwickler von Guerrilla Games hier gezaubert haben. Wir haben selten solch gut gestaltete Gesichter gesehen. Die Bewegungen der Augen und der Münder sind sehr realistisch und es macht Spaß, zuzuschauen. Das komplette Gesamtpaket stimmt hier und überzeugt uns von A bis Z. Hut ab!

Am Sound gibt es nichts auszusetzen. Die Synchronsprecher der Hauptcharaktere sind die Gleichen wie in Teil 1 und leisten auch hier wieder perfekte Arbeit. Die Musik ist meist im Hintergrund und untermalt die aktuelle Stimmung. 

Fazit

Horizon: Forbidden West überzeugt mich in allen Punkten. Eine packende und gut erzählte Story, ein spaßiges und starkes Gameplay mit einer Grafik, die den Titel Next-Gen verdient hat. Aus meiner Sicht ein Meisterwerk, auf das sich fünf Jahre warten gelohnt hat! Ein riesiger Fertigkeitenbaum, der sich nach unserem Gusto füllen lässt, eine Spielwelt, die nur so vor Details und Leben strotzt, eine große Auswahl an verschiedenen Waffen und eine noch größere Auswahl an Aktivitäten, die sich neben der Hauptquest machen lassen. Das Ganze gepaart mit einem unglaublichen Detailgrad der Charaktere bringt Horizon: Forbidden West jetzt schon einen Platz in meiner Top 3 Liste für 2022. Höchstwahrscheinlich sogar Platz 1! Solltest du eine PlayStation 5 besitzen, kann ich dir nur empfehlen, das Spiel zu spielen. Und falls du Teil 1 noch nicht kennst, gerne noch das vorher durchspielen. Du wirst es nicht bereuen! Es ist einfach nur großartig!

Pro:
  • Detailreiche und lebendige Spielwelt
  • Unglaublich detaillierte Charaktermodelle
  • Viele verschiedene Waffen
  • Reichhaltige Auswahl an Aktivitäten neben der Hauptquest
  • Packende und spannende Geschichte
  • Direkter Einstieg in die Action
Contra:
  • Nichts :-)
Story
5 von 5 Buddies
Gameplay
5 von 5 Buddies
Grafik
5 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PS5

Unsere Wertung:

10.0 / 10
Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

Schreibe einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentar absenden