Review

Immortals Fenyx Rising im Test: Als Halbgott segeln wir durch die Lüfte

Von Dominik Probst am 19. Dezember 2020
Publisher: Ubisoft
Release: 03. Dezember 2020
Genre: Action-Adventure
Entwickler: Ubisoft Quebec
Verfügbar für: PC | Switch | PS5 | Xbox Series S/X | PS4 | Xbox One | Stadia
USK Altersfreigabe: 12

Vor Kurzem veröffentlichten Ubisoft ihr neustes Werk Immortals Fenyx Rising. Dabei übernehmen wir die Rolle von Fenyx, einem Halbgott, der sich gegen das grässliche Monster Typhon behaupten muss. Ob dieser Einblick in die griechische Mythologie und den Olymp das Geld wert ist, finden wir in unserem Test heraus.

Ifr Screen Typhon 20201022 6pm Cest

Zu Beginn von Immortals Fenyx Rising erleben wir Typhon, Sohn der Gaia und des Tartaros, wie er etliche Gottheiten und deren Vergehen aufzählt. Wir beobachten ihn dabei, wie er eine Göttin dem Erdboden gleich macht. Sein Hass auf die Menschheit und die Götter ist spürbar. Kurze Zeit später nehmen wir bei einer Art Verhör zwischen dem Donnergott Zeus und dem Titan Prometheus teil. Letzterer wurde hoch oben auf einem Berg bei Eiseskälte festgekettet. Zeus benötigt seine Hilfe, denn Typhon konnte sich befreien. Prometheus hat die Fähigkeit in die Zukunft zu blicken, doch Typhon hat seine Macht blockiert, sodass er nur ihn sehen kann. Zeus hat ein Problem, denn es sind keine anderen Götter mehr am Leben, sein Blitz wurde ihm ebenfalls von Typhon genommen und dieser trachtet ihm nach dem Leben. Prometheus rät ihm, sich an die Menschen zu wenden, aber der Donnergott ist zu eitel, mit diesen nicht göttlichen Wesen zusammenzuarbeiten Der Titan ist sich sicher, dass ein Mensch Zeus retten wird und die beiden gehen eine Wette ein. Dieser eine Mensch sind wir: Fenyx.

Bis zu diesem Punkt wurde die Story schon so genial erzählt, dass wir unsere Finger nicht vom Spiel lassen können. Die Sprechweise zwischen Zeus und Prometheus lässt uns immer wieder schmunzeln, da die beiden sich gegenseitig aufziehen, verbessern und natürlich klugscheißen. Genau das macht Immortals Fenyx Rising erst richtig gut. Die beiden nehmen für das restliche Spiel die Erzählerrolle unserer Geschichte ein, melden sich also immer wieder zu Wort. Das gefällt uns sehr, denn es lockert das Spielgeschehen ungemein auf. An einer Stelle wartet ein riesiger Boss auf uns, der besiegt werden will. Zeus beschreibt ihn als monströsen gefährlichen Gegner, bis ihm Prometheus dazwischen grätscht und ihn relativ harmlos erscheinen lässt. Genau so verändert sich das Monster in der Spielwelt.

Ifr Screen Atalanta 20201130 6pm Cest

Die Geschichte von Fenyx

Kommen wir aber wieder zurück zu Fenyx, denn bisher wissen wir nicht viel über unseren Helden. Wir dürfen uns natürlich aussuchen, welches Geschlecht Fenyx haben soll. Wir haben uns für weiblich entschieden und werden deswegen im weiteren Verlauf dieses Tests immer von einer weiblichen Fenyx ausgehen. Der Hautton unserer Heldin kann zwischen zwölf verschiedenen Farben ausgesucht werden, dabei sind auch etwas abstrakte  Hauttypen wie grün, rot und blau. Unsere Entscheidungen werden natürlich von den beiden Göttern immer wieder kommentiert. Weiterhin können Frisur und Haarfarbe, Kopf und Augen(-farbe), Gesichtsmerkmale und -behaarung eingestellt werden. Zudem lässt sich noch die Stimme umstellen, hier haben wir die Wahl zwischen einer Weiblichen und einer Männlichen Tonlage.

Ist unser Charakter erstellt, dürfen wir endlich in das Spiel eintauchen. Nach einer nicht wirklich glorreichen Schifffahrt wachen wir angespült an einem Strand auf. Bis auf uns ist keine Menschenseele hier, vermutlich sind alle bei dem Unglück umgekommen. Trauern hilft in diesem Moment nichts, deswegen begeben wir uns auf schnellstem Wege auf den nächsten Berg. Dort angekommen überblicken wir erst mal die Umgebung und sehen in der Ferne Steinstatuen, die wie Menschen aussehen. Bei näherer Untersuchung stellen wir fest, dass unter diesen unter anderem unser Bruder und unser Schiffsführer sind. Ab diesem Moment ist uns unser Ziel relativ klar: Wir wollen die Statuen, vor allem unseren Bruder, zurückverwandeln. Ganz ohne Waffen wird das allerdings schwierig. Glücklicherweise finden wir ein paar Meter weiter das Schwert unseres Bruders: das heilige Schwert des Achilleus.

Die Ausrüstung einer Heldin

Von hier an geht es relativ Schlag auf Schlag, was unsere Ausrüstung angeht. Zuerst finden wir das eben genannte Schwert, danach gibt es eine Axt, einen Bogen und zu guter Letzt das wohl coolste überhaupt: Flügel! Richtig gelesen, wir bekommen Flügel. Damit segeln wir durch die komplette Spielwelt, solange wir natürlich genug Ausdauer übrig haben. Das fühlt sich unglaublich gut an und macht richtig viel Spaß. Als Vergleich könnte man hier The Legend of Zelda: Breath of the Wild nennen, da man dort einen Gleiter besitzt, der genauso agiert.

Ebenfalls könnte man das Klettern mit Breath of the Wild vergleichen. Je länger wir klettern, desto mehr schrumpft unsere Ausdauerleiste. Da Immortals Fenyx Rising aber von Ubisoft und nicht Nintendo kommt, finden wir einen Vergleich mit Assassin’s Creed passender. Von allen Aktivitäten die wir in der Spielwelt erledigen können, über die Kletterpassagen bis hin zu den Stealth-Möglichkeiten, ähnelt das Spiel schon sehr dem Epos Assassin’s Creed. Immortals Fenyx Rising ist durch das Fliegen und die gefühlt actionreicheren Kämpfe allerdings eine ganz andere Hausnummer.

Hier noch ein kleiner Fun Fact: Alles was wir bisher beschrieben haben findet im Prolog statt! Schon krass, wenn man bedenkt, dass Fenyx bis hierhin bereits relativ stark ausgerüstet ist. Wir fühlen uns in Immortals Fenyx Rising von Anfang an wie im Endgame, was uns ein mächtiges Gefühl gibt, immerhin sind wir ja auch ein Halbgott. Uns als Spieler erfüllt das sehr mit Freude und macht Lust auf mehr. Was auch noch dazu kommt, ist, dass der Prolog zwar einen roten Faden besitzt, wir diesem aber nicht wirklich folgen müssen. Es lassen sich also direkt von Beginn an Sammelobjekte suchen und die Welt, natürlich nur in geringen Teilen vorerst, erkunden. Nach dem Prolog steht uns allerdings die gesamte Spielwelt offen, ohne Einschränkungen. Ebenfalls haben wir die Freiheit zu entscheiden, was wir machen wollen. So erhalten wir zwar einige Quests, denen wir nachgehen sollten, wir müssen aber nicht. Das macht das Spiel zu einem wirklichen Vergnügen, denn wir spielen so, wie es uns gefällt.

Ifr Screen Hermes Theclashingrocks 20201022 6pm Cest

Die Schattenseite der Welt

So gut Immortals Fenyx Rising bis hierhin ist, ein paar Kleinigkeiten sind uns allerdings negativ aufgefallen. Zum einen hatten wir immer wieder das Problem, dass wir nichts mehr machen konnten, wenn wir die Taste für den Bogen gedrückt haben, noch bevor wir diesen besaßen. Man könnte meinen, dass die Taste dann eben nicht benutzt werden kann oder gesperrt ist, blöderweise hat Fenyx bei uns gedacht, sie hätte den Bogen ausgerüstet und keine andere Attacke war möglich. Bis wir draufkamen, dass wir auf die Taste gekommen sind, verging doch etwas Zeit. Sobald man den Bogen hat, was ja relativ frühzeitig passiert, ist dieser Fehler auch schnell in Vergessenheit geraten.

Ein weiterer Punkt sind die Kletterpassagen. Geht man davon aus, dass sich Immortals Fenyx Rising mit Assassin’s Creed vergleichen lässt, fallen hier Ähnlichkeiten auf, denn immer wieder mal klettert Fenyx in die falsche Richtung, oder eben überhaupt nicht. Das ist zwar grundsätzlich nicht schlimm, ist unsere Ausdauer aber gerade sehr niedrig und wir haben die Kante fast erreicht, ist so ein Bug eher ungünstig.

Ifr Screen Aphrodite Thevalleyofeternalspring 20201022 6pm Cest

Leveling is the key

Natürlich darf eine Möglichkeit zur Aufwertung von Fenyx nicht fehlen. Neben Sammelgegenständen können wir auch mythische Quests erledigen, die uns verschiedene Währungen erlangen lassen. Mit diesen sind dann die typischen Gesundheits- und Ausdauerupgrades kaufbar. Wir können auch Tränke herstellen, bzw. verbessern, die Ausdauer oder Leben wiederherstellen, oder aber unsere Kampfkraft stärken. Ebenfalls können wir unsere Fähigkeiten aufwerten oder neue erwerben. Das stärkt wieder den individuellen Spielstil eines Spielers und sorgt für ein spannendes Spielerlebnis.

Grafisch macht Immortals Fenyx Rising selbst auf der von uns getesteten Switch-Version einiges her. Die Umgebungen reichen von düsteren Abschnitten bis hin zu quietschfidelen Hainen. Tauchen wir hinab in ein Gewölbe von Tartaros, um weitere Sammelgegenstände zu finden, gelangt Fenyx in eine wirklich schön gestaltete Unterwelt. Diese wirkt wie das Weltall mit verschiedenfarbigen Nebeln und herumfliegenden Objekten. Dort absolvieren wir etliche Rätsel um voranzuschreiten. Nebenbei wird unser Auge von etlichen Partikeln, auch auf der Oberwelt natürlich, verwöhnt. Die Kämpfe fühlen sich gut an und machen Spaß, aber auch hiernach gibt es ein richtiges Feuerwerk an Partikeleffekten. Erledigen wir einen Gegner, zerspringt dieser in Tausende kleine umherfliegende Teilchen. Das gefällt uns sehr gut!

Ebenso ist das Spiel für die Ohren ein wirklicher Schmaus. Die Sprecher der Charaktere verkörpern diese wirklich gut. Vor allem die Stimmen von Zeus und Prometheus tragen viel zum Spielspaß bei. Auch die Umgebungsgeräusche fangen die Stimmung der einzelnen Regionen richtig gut ein. In den Gewölben von Tartaros bekommen wir eine etwas mystischere Musik zu hören, auf der Oberwelt wechseln sich epische, geheimnisvolle und freudige Titel ab. Natürlich gibt es auch ruhige Abschnitte, in denen sich die Natur und ihre Geräusche genießen lassen.

Ifr Screen Stadiademo Cyclops 20201022 6pm Cest

Fazit

Ubisoft hat mit Immortals Fenyx Rising einen neuen Epos in ihrem Lineup dazu gewonnen. Den gewagten Ausflug in die Mythologie Griechenlands haben sie mit Bravour gemeistert. Aber das war eigentlich vorhersehbar, denn das ist eine von Ubisofts Stärken, sieht man sich die Assassin’s Creed Reihe an. Im Vergleich zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild kann Immortals Fenyx Rising definitiv mithalten und macht sogar einiges besser. Vor allem das Gefühl, so mächtig wie ein Halbgott zu sein, und natürlich, dass wir durch die Umgebung fliegen können, lassen den Titel zu einem spaßigen Zeitvertreib werden.

Ifr Screen Godhermes 20201022 6pm Cest

Pro:
  • Riesige Spielwelt
  • Geniale Sprecher
  • Durch die Welt fliegen macht unglaublich Spaß
  • Viele verschiedene Regionen
  • Rätsel sind auf einem guten Schwierigkeitsgrad
Contra:
  • Im Prolog gab es bei uns einen Bug mit dem Bogen
  • Klettern buggt manchmal
Story
5 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
5 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: Switch

Unsere Wertung:

9.5 / 10
Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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