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Bus BoundBus Bound
Review

Bus Bound im Test: Eine echte Konkurrenz für den Bus Simulator? 

Von Daniel Walter am 30. April 2026. Getestet auf PS5. 7 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit Bus Bound erscheint nun eine frische IP für Fans von Bus-Simulationen. Wie sich das neuste Spiel der Entwickler von Bus Simulator 21 auf der Straße schlägt, verraten wir euch im Test.

Ein neuer Busservice ist in der Stadt

Direkt zum Start erfahren wir im Verlauf einer kurzen Sequenz, dass ein neuer Busservice für die Stadt Emberville ins Leben gerufen wurde und wir dort nun als neuer Mitarbeiter dabei helfen sollen, das Unternehmen zu etablieren. Der grobe Storyrahmen ist für eine Simulation dieser Art sehr angenehm und die Sequenzen sind auch stimmungsvoll und optisch ansprechend geraten. Ein leichtes Ruckeln des Videos können wir an dieser Stelle aber nicht verschweigen. Im weiteren Verlauf findet der Handlungsrahmen dann vorranig in Form von Telefonaten statt, die wir während der Fahrt mit Kollegen oder Vorgesetzten führen.

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Zugängliches Steuerungskonzept

In unserem Bus angekommen, wird uns anhand eines kurzen Tutorials die grundlegende Steuerung des Gefährts gezeigt sowie die Darstellung des HUDs erklärt. Hier präsentiert sich Bus Bound als äußerst zugänglich und liefert eine griffige Controllersteuerung mit allen wichtigen Grundfunktionen in Reichweite - also zum Beispiel je eine Taste für die Blinker, das Fernlicht, die Handbremse oder die Türen. Auch Hupe oder Scheibenwischer sind bei Bedarf direkt per Knopfdruck zu bedienen. Gas und Bremse liegen standardmäßig gut erreichbar auf den Schultertasten, dank voreingestellter Automatik müssen wir uns über die Schaltung keine Gedanken machen, wenn wir dies nicht wollen - eine manuelle Schaltung ist aber auch möglich. Praktisch ist auch der Tempomat mit regelbarer Motorbremse, der es uns erlaubt das Fahren ein Stück weit zu automatisieren. Wer möchte, kann sämtliche Aspekte des Busses, von den einzelnen Türen, über die Warnlichter, den Automatikhebel oder auch die unterschiedlichen Lichter innen und außen am Bus auch über die entsprechenden Knöpfe im Cockpit bedienen und dadurch ein realitätsnaheres Spielgefühl kreieren. Alle anderen erhalten dank der angenehmen Controllerbelegung aber auch ein sehr zugängliches und intuitives Steuerungskonzept, über das man nicht lange nachdenken muss.

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Maximale Übersicht und gutes Spielgefühl

Sehr schön gelöst ist, dass sich beim Blinken automatisch ein Fenster auf unserem HUD öffnet, das uns die Ansicht des Rückspiegels der entsprechenden Seite zeigt. Diese ist zwar auch direkt auf dem tatsächlichen Spiegeln zu erkennen, auf dem HUD ist das ganze aber deutlich komfortabler. Ein weiterer Punkt, der für maximale Übersicht sorgt, ist die digitale Anzeige unserer Geschwindigkeit sowie die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit direkt auf dem Display. Das macht es uns natürlich leicht, uns an die Verkehrsregeln zu halten. Ebenfalls praktisch ist die Tatsache, dass wir an roten Ampeln grundsätzlich rechts abbiegen dürfen - vorausgesetzt der Geradeausverkehr lässt es zu - dies spart Zeit und sorgt für einen besseren Flow.

Sowieso nimmt es Bus Bound - im Gegensatz zum bereits erwähnten Bus Simulator 21 - nicht ganz so genau mit dem Realismus, zugunsten des Spielgefühls. Während wir beim Bus Simulator gefühlt schon für jeden Grashalm, den wir streifen, eine Verwarnung bekommen, geht Bus Bound mit Bordstein-Begegnungen und kleineren Kollisionen sehr locker um. Bei richtigen Unfällen oder übersehenen Bodenschwellen melden sich dann aber schnell die Passagiere oder auch die Alarmanlagen der parkenden Autos. Weiterhin zeigt uns Bus Bound immer deutlich die Zeit bis zur nächsten Haltestelle an und lässt uns mit klar erkennbaren Sternebewertungen und gehobenen Daumen erkennen, wie gut unsere Fahrweise bei den Fahrgästen ankommt. Die verschiedenen Wertungen bauen aufeinander auf, sodass es für jede Haltestelle eine festgelegte Anzahl an Daumen hoch gibt, die uns, sobald wir sie erreicht haben, einen Stern einbringt. Über die Sterne schalten wir dann wiederum zusätzliche Haltestellen oder Anpassungen für den Bus frei. Neue Busse gibt es dann, wenn es uns gelingt, alle Haltestellen eines Bezirks und damit den gesamten Bezirk selbst aufzuwerten.

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Feeling vor Realismus

Insgesamt fühlt sich Bus Bound auch bei der Steuerung des Busses deutlich arcadiger an als die Konkurrenz. Wir haben eher das Gefühl, in einem klassischen Open-World-Spiel einen Bus zu steuern als jetzt tatsächlich eine auf maximalen Realismus fixierte Simulation zu spielen. Dies hat sowohl Vor- als auch Nachteile. So ist das Spielgefühl in Bus Bound von Anfang an sehr befriedigend und belohnend. Alles fühlt sich smooth und leichtgängig an, wohingegen wir im Bus Simulator 21 schon auch mal mit dem Gefährt zu kämpfen hatten. Hier kommt es am Ende schlichtweg darauf an, was einem selbst wichtiger ist. So setzt Bus Bound sehr viel mehr auf Atmosphäre und lässt dafür den einen oder anderen Realismusaspekt außen vor. So müssen wir zum Beispiel auf das Verkaufen von Fahrkarten verzichten, da es in Emberville keine Fahrkarten gibt. Diese werden nämlich von der Stadt bezahlt. Im Bus Simulator bedienen wir hier selbst den Kartendrucker und geben auch Wechselgeld aus. Wer diesen Aspekt mochte, muss in Bus Bound leider ohne ihn auskommen.

Gleiches gilt für das Aussteigen aus dem Bus. Hier konnten wir im Bus Simulator 21 nicht nur frei im Bus umherlaufen, sondern diesen auch verlassen und nach Belieben in der offenen Welt spazieren gehen. Beides ist in Bus Bound nicht möglich. Dafür liefert Bus Bound eine deutlich stimmungsvollere offene Stadt ab. Diese dient im Bus Simulator in erster Linie natürlich dafür, das Erlebnis des Busfahrens bestmöglich darzustellen. Dies hat aber auch zur Folge, dass außerhalb der Bushaltezonen nur sehr wenig Betrieb in den Straßen ist. Bus Bound setzt hier auf belebte Straßen, eine deutlich lebendigere, dynamische Kulisse, in der Leute in Cafés sitzen, spazieren gehen oder anderen Aktivitäten nachgehen, die einen natürlichen Alltag simulieren. Hinzu kommen Gesprächsfetzen und Kommentare der Fahrgäste, die uns per Untertitel im Cockpit angezeigt werden, sei es, um uns ein wenig Einblick in das zu geben, was sich hinter uns im Bus abspielt oder, um direkt von den Fahrgästen zu erfahren, wenn ihnen irgendetwas missfällt. So werden auch die Fahrten ansprechend in Szene gesetzt.

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Auch optisch weiß Bus Bound zu überzeugen und liefert uns tolle Lichteinfälle, einen stimmungsvollen Tag- und Nachtwechsel sowie dynamisches Wetter. Beides ist übrigens nicht nur optischer Natur, sondern beeinflusst auch das Spielerlebnis. So hat die Tageszeit Einfluss darauf, wo die Passagiere hin gefahren werden möchten, sodass nachts zum Beispiel mehr Bedarf für Fahrten zu den Clubs der Stadt ist. Auch die Anzahl der Passanten in den Bezirken hängt von der Tageszeit ab. Das Wetter hat wiederum Einfluss auf das Tempo des Verkehrs, wodurch bei Regen beispielsweise alles langsamer abläuft, dafür aber auch weniger los ist. Die Stadt an sich kann in Sachen Atmosphäre und Abwechslung ebenfalls punkten und sorgt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, sichtbar unterschiedlichen Bezirken mit individueller Architektur und eigenen Hotspots sowie zahlreichen detailliert umgesetzten Dekorationen für eine sehenswerte Kulisse. Randbezirke fühlen sich zum Beispiel völlig anders an als das pulsierende von Hochhäusern geprägte Herz der Innenstadt oder die grünen Parks am Stadtrand. Auch die Charaktermodelle sehen ordentlich aus ebenso wie die verschiedenen Busse, bei denen es sich um offiziell lizenzierte Fahrzeuge handelt, aber eben um amerikanische und nicht um deutsche. Marken wie Horizon, New Flyer oder Blue Bird dominieren hier den Fuhrpark. Ebenfalls zur Atmosphäre trägt der chillige Soundtrack bei, der uns mit lockeren Instrumentalstücken die Fahrten versüßt und für eine entspannte Grundstimmung sorgt. Gleiches gilt für die sehr ordentlich auf Deutsch vertonten Gespräche, die unsere Vorgesetzten mit uns führen.

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Willkommen im Büro

Zwischen unseren Schichten finden wir uns regelmäßig im Büro des Busservices wieder. Hier greifen wir zum Beispiel auf unsere Garage zu, von wo aus wir den Look unserer freigeschalteten Busse verändern, Farben und Muster anpassen oder auch eine freie Fahrt in der Stadt unternehmen können. Weiterhin erhalten wir im Büro eine Übersicht über alle aktuellen Linien und haben außerdem die Chance, selbst eigene Linien über den Linien-Editor zu erstellen, was schnell und einfach von statten geht. Im übersichtlichen Fahrer-Ratgeber finden wir zudem noch einmal alle Tutorials und Erklärungen auf einen Blick, falls wir etwas nachschlagen möchten. Über die Statistiken können wir zudem jederzeit unsere Fortschritte bei den einzelnen Haltestellen und Bezirken einsehen sowie uns einen Überblick über die bereits verdienten und die noch ausstehenden Vorteile verschaffen. Das Büro ist zwar nicht begehbar, dafür wurde es als dynamischer Hintergrund ansprechend gestaltet und überzeugt zudem mit einer gemütlichen und einladenden Atmosphäre. Darüber hinaus bietet es auch Zugriff auf den Multiplayer-Modus des Spiels, für den aber erwartungsgemäß ein PS-Plus-Abo erforderlich ist.

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Fazit

Bus Bound wählt, im Vergleich zu anderen Simulationen dieser Art, einen deutlich zugänglicheren Weg. Ob dies etwas Gutes ist, hängt letztlich vom Spielertyp ab. Eine knallharte Realismussimulation gibt es hier in jedem Fall nicht, dafür ein äußerst stimmungsvolles und angenehm belohnendes Wohlfühl-Spiel, das sowohl mit seiner geschmeidigen Umsetzung des eigentlichen Fahrens als auch mit seiner tollen und abwechslungsreichen Spielwelt überzeugen kann. Ja, es gibt Aspekte, die uns aus der klassischen Simulation fehlen - vom freien umher Laufen bis hin zum Verkaufen von Tickets - aber Bus Bound setzt hier einfach andere Schwerpunkte und liefert in erster Linie einen sehr guten Flow! Hinzu kommen eine zugängliche Steuerung, die sich bei Bedarf auch komplizierter gestalten lässt, sowie dynamische Aspekte wie Wetter und Tageszeit, die tatsächlich auch Einfluss auf das Spiel haben. Alles in allem überwiegen für mich, der schon viele Stunden im Bus Simulator 21 verbracht hat, gerade wegen der anderweitig gesetzten Schwerpunkte ganz klar die positiven Aspekte. Bus Bound macht Spaß, liefert ein befriedigendes Spielgefühl und geht mit seiner durch und durch angenehmen Stimmung fast als Cozy-Game durch.

Pro:
  • Sehr zugängliche Steuerung
  • Arcadiges Spielgefühl mit hohem Belohnungsfaktor
  • Stimmungsvolle Stadt mit merklich unterschiedlichen Bezirken
  • Wetter und Tageszeit mit Einfluss auf das Spiel
  • Schraubt an einigen Stellen bewusst den Realismus herunter, für ein angenehmeres Spielerlebnis
  • Offiziell lizenzierte amerikanische Busse
  • Cozy-Game-Vibes
Contra:
  • Für Realismusfanatiker nur bedingt zu empfehlen
  • Einige Stotterer in den Cutscenes zu Beginn
  • Wichtige Aspekte fehlen, wie Ticketverkauf oder das Aussteigen aus dem Bus
  • Sehr gnädig bei kleinen Unfällen
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Realismus:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8.0 / 10
Spiel getestet auf: PS5

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Daniel Walter

Daniel Walter

Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.

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