Zum Hauptinhalt springen
Death Stranding 2: On the BeachDeath Stranding 2: On the Beach
Review

Death Stranding 2: On the Beach im Test: Zu Fuß über die Kontinente

Von Tjark am 13. April 2026. Getestet auf PC. 6 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit Death Stranding 2: On the Beach erscheint Hideo Kojimas eigenwillige Fortsetzung nun auch auf dem PC und tritt damit in die Fußstapfen eines der ungewöhnlichsten AAA-Titel der letzten Jahre. Schon der erste Teil Death Stranding spaltete die Spielerschaft nachhaltig. Für die einen war es ein meditatives Meisterwerk, für die anderen ein zu sperriges Experiment. Die Fortsetzung steht damit vor der Herausforderung, diese Gegensätze zu vereinen und gleichzeitig eine klare Weiterentwicklung zu liefern.

death_stranding_2_11_.webp

Weiterhin nichts verstehen

Die Story setzt erneut auf eine Mischung aus intimen Charaktermomenten, philosophischen Fragestellungen und bewusst überzeichneten, teils surrealen Elementen. Ohne größere Spoiler vorwegzunehmen, begleitet man wieder Sam auf einer Reise durch eine Welt, die sich weiter verändert hat und deren fragile Balance zwischen Leben und Tod erneut ins Wanken gerät. Auffällig ist, dass die Erzählstruktur deutlich gestrafft wurde. Während Death Stranding seine Geschichte oft in langen, teils schwer zugänglichen Dialogpassagen präsentierte, wirkt die Fortsetzung zielgerichteter inszeniert. Informationen werden besser dosiert, Figuren klarer eingeführt und emotionale Momente stärker herausgearbeitet.

death_stranding_2_16_.webp

Dennoch bleibt der Stil unverkennbar von Hideo Kojima geprägt. Die Mischung aus Pathos, Science-Fiction und eigenwilligem Humor ist weiterhin präsent, wirkt diesmal aber weniger sprunghaft. Gerade Fans des ersten Teils werden viele wiederkehrende Motive und Themen erkennen, während Neueinsteiger sich an einigen Stellen schwer tun könnten. Zwar bemüht sich das Spiel, zentrale Konzepte erneut zu erklären, doch vieles setzt ein gewisses Grundverständnis voraus. Begriffe, Fraktionen und Zusammenhänge werden nicht immer vollständig eingeordnet, was gerade in den ersten Spielstunden für Verwirrung sorgen kann. Wer den Vorgänger kennt, wird hier klar im Vorteil sein.

death_stranding_2_7_.webp

Good old Laufen

Im Gameplay bleibt sich Death Stranding 2: On the Beach treu und baut gleichzeitig konsequent auf den Stärken des Originals auf. Das zentrale Element ist weiterhin das Traversal, also das Durchqueren der Spielwelt unter möglichst effizienter Nutzung von Ausrüstung und Ressourcen. Pakete müssen geplant, Gewichte ausbalanciert und Routen sorgfältig gewählt werden. Neu ist jedoch, wie viel flexibler und zugänglicher sich dieses System nun anfühlt. Viele Werkzeuge stehen früher zur Verfügung, sind intuitiver einsetzbar und lassen sich besser miteinander kombinieren. Das sorgt dafür, dass der Spielfluss deutlich weniger ins Stocken gerät als noch im Vorgänger.

death_stranding_2_13_.webp

Ein entscheidender Unterschied ist die spürbar größere Spielwelt. Die Areale fallen nicht nur weitläufiger aus, sondern sind auch vielfältiger gestaltet. Unterschiedliche Biome, komplexere Höhenstrukturen und variablere Routenoptionen sorgen dafür, dass Erkundung stärker in den Vordergrund rückt. Während Death Stranding stellenweise bewusst monoton wirkte, um seine Atmosphäre zu unterstreichen, setzt die Fortsetzung stärker auf Abwechslung. Diese größere Welt bringt jedoch auch neue Herausforderungen mit sich, da längere Strecken sorgfältiger vorbereitet werden müssen und Fehler stärker ins Gewicht fallen können.

Wind und Wetter machen einem das Leben schwer

Besonders gelungen sind die erweiterten Umwelteinflüsse. Dynamische Wetterbedingungen spielen eine deutlich größere Rolle als zuvor. Starker Regen kann die Haltbarkeit von Fracht beeinträchtigen, Stürme schränken die Sicht ein und erschweren die Navigation, während unvorhersehbare Wetterumschwünge selbst gut geplante Routen plötzlich riskant machen können. Diese Systeme greifen ineinander und sorgen dafür, dass sich die Spielwelt lebendiger und gleichzeitig unberechenbarer anfühlt. Entscheidungen müssen häufiger spontan getroffen werden, was dem Gameplay eine zusätzliche Spannungsebene verleiht.

death_stranding_2_17_.webp

Auch die Interaktionsmöglichkeiten wurden erweitert. Fahrzeuge sind vielseitiger einsetzbar, neue Gadgets eröffnen zusätzliche Lösungswege und die Online-Komponente, bei der Spieler indirekt miteinander interagieren, wurde weiter ausgebaut. Gleichzeitig wurde das Kampfsystem deutlich präsenter gestaltet. Kämpfe sind nicht mehr nur punktuelle Unterbrechungen, sondern können aktiv gesucht oder bewusst vermieden werden. Stealth-Optionen wurden verfeinert, wodurch sich mehr spielerische Freiheit ergibt. Dennoch bleibt klar, dass der Fokus weiterhin auf dem Reisen und Verbinden liegt und nicht auf klassischer Action.

death_stranding_2_15_.webp

Trotz aller Verbesserungen bleibt das Spiel seiner DNA treu. Wer bereits mit Death Stranding vertraut ist, wird sich schnell zurechtfinden und die vielen Komfortverbesserungen zu schätzen wissen. Neue Spieler hingegen müssen sich zunächst in die Vielzahl an Systemen einarbeiten. Begriffe, Mechaniken und Zusammenhänge erschließen sich nicht immer sofort, was eine gewisse Geduld erfordert. Die Einstiegshürde wurde zwar gesenkt, ist aber nach wie vor vorhanden und kann gerade zu Beginn abschreckend wirken.

Der Klang der Einsamkeit

Ein zentraler Bestandteil der Spielerfahrung bleibt die audiovisuelle Inszenierung. Der Soundtrack setzt erneut auf eine Mischung aus ruhigen, melancholischen Stücken und gezielt eingesetzten musikalischen Höhepunkten. Musik wird nicht nur im Hintergrund abgespielt, sondern bewusst mit dem Gameplay verknüpft. Gerade während längerer Reisen entstehen so Momente, in denen Bild und Ton eine ungewöhnlich starke emotionale Wirkung entfalten. In solchen wird sogar aktiv der Titel und Interpret des jeweiligen Stücks eingeblendet. Diese Inszenierung gehört weiterhin zu den größten Stärken der Reihe und wurde in der Fortsetzung noch einmal verfeinert.

death_stranding_2_18_.webp

Visuell gehört Death Stranding 2: On the Beach bereits auf der PlayStation 5 zu den beeindruckendsten Titeln seiner Generation. Die verwendete Engine liefert detaillierte Landschaften, realistische Lichteffekte und eine hohe Sichtweite. Besonders die Darstellung von Wettereffekten und Oberflächenstrukturen trägt stark zur Atmosphäre bei. Die größere Spielwelt profitiert dabei deutlich von der technischen Umsetzung, da sie ohne spürbare Übergänge erkundet werden kann und dennoch eine hohe Detaildichte bietet.

Alles besser macht der PC?

Die PC-Version setzt hier noch einmal an und stellt aktuell die technisch beste Variante dar. Im Vergleich zur PS5-Fassung profitieren Spieler von höheren möglichen Auflösungen, einer freieren Wahl der Bildrate und umfangreicheren Grafikoptionen. Gerade auf leistungsstarker Hardware lassen sich deutlich höhere Framerates erzielen, was insbesondere beim Traversal und in komplexen Umgebungen für ein spürbar flüssigeres Spielgefühl sorgt. Unterstützung für Ultrawide-Monitore erweitert zudem das Sichtfeld und verstärkt die ohnehin beeindruckende Landschaftsdarstellung. Aber selbst schwächere Systeme kommen in den Genuss von Death Stranding 2, da es deutlich weniger ressourcenhungrig ist als andere moderne Spiele.

death_stranding_2_14_.webp

Darüber hinaus bietet die PC-Version feinere Einstellungsmöglichkeiten für Details wie Schattenqualität, Texturauflösung und Sichtweite. Auch Technologien wie Upscaling-Verfahren tragen dazu bei, die Performance weiter zu optimieren, ohne die visuelle Qualität stark zu beeinträchtigen. Ladezeiten können auf entsprechender Hardware nochmals reduziert werden, was den Spielfluss zusätzlich verbessert. Inhaltlich bleibt die PC-Version identisch zur PS5-Version, es gibt keine exklusiven Missionen oder zusätzlichen Inhalte. Der Fokus liegt klar auf der technischen Optimierung und der Anpassbarkeit an unterschiedliche Systeme.

death_stranding_2_2_.webp

Im direkten Vergleich zeigt sich, dass die PS5-Version bereits ein sehr rundes Gesamtpaket liefert, während die PC-Version vor allem durch ihre Flexibilität und technische Skalierbarkeit überzeugt. Spieler mit entsprechender Hardware erhalten hier die Möglichkeit, das Spiel in seiner aktuell besten Form zu erleben. Gleichzeitig bleibt die Konsolenfassung eine stabile und optisch beeindruckende Alternative.

Fazit

Unterm Strich ist Death Stranding 2: On the Beach eine konsequente Weiterentwicklung, die sich deutlich am Feedback der Spieler orientiert. Die größere und abwechslungsreichere Spielwelt, die verbesserten Gameplay-Systeme und die zugänglichere Erzählweise sorgen dafür, dass die Fortsetzung ein breiteres Publikum ansprechen kann, ohne ihre Eigenheiten aufzugeben. Die teilweise unzureichende Einordnung beziehungsweise Erklärung kann für Neueinsteiger aber immer wieder ein Dämpfer sein. Es bleibt ein Spiel, das Geduld erfordert und sich bewusst gegen klassische Genre-Erwartungen stellt. Wer sich darauf einlässt, erhält jedoch eine Erfahrung, die in dieser Form nach wie vor einzigartig ist, und zeigt, dass große Produktionen auch abseits ausgetretener Pfade funktionieren können. Kenner können schon anhand des Namens Hideo Kojima abschätzen, was sie ungefähr erwartet. Wer sich als Porter berufen fühlt, alte wie neue, sollte sich diesen Titel nicht entgehen lassen.

Pro:
  • Einzigartiges Spielgefühl
  • Wunderschöne Grafik
  • Erstaunlich PC-Ressourcen schonend
  • Durch Feedback verbesserte Mechaniken
  • Besseres Gesamtpacing
Contra:
  • Fehlende Erklärungen für Neueinsteiger
  • Teilweise fast schon zu ähnlich zum Vorgänger
  • Story gewöhnungsbedürftig
Story:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 9.0 / 10
TestingBuddies Award Silber
Spiel getestet auf: PC

Teile diesen Beitrag

XFacebook
Tjark

Tjark

Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

Schreibe einen Kommentar