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Halo: Campaign EvolvedHalo: Campaign Evolved
Review

Halo: Campaign Evolved im Test: Der Master Chief kehrt zurück!

Von Alex Jung am 10. August 2026. Getestet auf Xbox Series S/X. 9 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Lange Zeit stand Microsofts Vorzeige-Ego-Shooter Halo wie kaum ein anderes Spiel für die hauseigene Xbox und mauserte sich zum wahren System-Seller. Nicht wenige Spieler aus dem Sony-Lager schielten damals neidvoll in Richtung Microsoft und deren Xbox aufgrund der Exklusivität der Halo-Reihe. Sony versuchte sogar, durch das von Guerilla Games entwickelte Killzone einen sogenannten „Halo-Killer“ zu etablieren, so groß war die Markmacht des Master Chiefs und seiner epischen Sci-Fi-Abenteuer. Ein prägendes Universum für eine Vielzahl von Spielern.

Doch wie so ziemlich alle erfolgreichen Reihen erlebte auch der Master Chief einen schleichenden Niedergang. Haus- und Hofentwickler Bungie Studios wechselte primär in das Lager von Sony und feierte mit der Destiny-Reihe große Erfolge, befindet sich aktuell jedoch leider auf dem absteigenden Ast. Die im Nachgang entwickelten Titel im Halo-Universum konnten wiederum nicht mehr ganz an die Qualität der Ursprungstrilogie heranreichen. Und so drohte sich der Master Chief im Laufe der letzten sieben Jahre langsam aber sicher in den Ruhestand zu verabschieden. Jedenfalls bis jetzt! Denn mit Halo: Campaign Evolved erwartet die Spieler pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum, diesmal sogar auf der PlayStation 5, ein Comeback des Spartans. Wenn auch „nur“ in Form eines vollwertigen Remakes des allerersten Halos aus dem Jahre 2001 beziehungsweise genauer der 10th-Anniversary-Version Halo: Combat Evolved. Wir haben den Energieschild hochgefahren, die Nadelwerfer durchgeladen und uns erneut in den epischen Kampf gegen die Allianz geworfen.

Halo: Ein Ring, sie zu knechten

Mit Halo schufen die damaligen Entwickler ein ikonisches Universum, welches im Genre einer Military-Science-Fiction anzusiedeln ist. Konkret geht es um den Kampf des United Nation Space Command, kurz UNSC, auf Seiten der Menschheit gegen die Allianz. Dieser Vielvölkerbund außerirdischer Spezies verfolgt, angeführt von einigen fanatischen, religiösen Führern, düstere Pläne, die letztlich die Auslöschung der Menschheit zur Folge hätten. Keine Frage also, dass das UNSC alles entgegenwirft, was es aufzubieten hat, um der unvermeidlichen Vernichtung zu entgehen.

Hauptfigur von Halo ist der Master Chief, ein genetisch modifizierter Supersoldat aus dem Spartan-Programm, der zusammen mit der Kl Cortana einen Weg sucht, den Krieg zugunsten des UNSC zu beenden. Aufgrund seiner schieren Kampfkraft wird der Master Chief in den Reihen der Allianz ehrfürchtig „Dämon“ genannt und ist dort entsprechend gefürchtet. Die Handlung des ersten Halos wirft uns als Master Chief ohne großen Einstieg mitten hinein in den galaxisweiten Konflikt.

Unser Schiff, die Pillar of Autumn, ist gerade einer großen Schlacht entronnen, nur um weiter von den hartnäckigen Verfolgern beharkt zu werden. Auf seiner Flucht erreicht es ein abgelegenes System und findet dort eine mysteriöse Konstruktion. Es ist ein planetengroßer Ring, offensichtlich künstlichen Ursprungs, auf der Innenseite mit Meeren und Kontinenten versehen: Ein Halo! Die hastig durchgeführte Evakuierung der Pillar of Autumn führt die überlebenden Soldaten dann direkt auf die Oberfläche des Halos, wo die Kämpfe gegen die Allianz mit unverminderter Härte weitergehen. Unsere Mission ist also klar: Überleben, möglichst viele Verbündete unterstützen und herausfinden, was es mit dem kolossalen Halo auf sich hat. Und natürlich die finsteren Pläne der Allianz zu durchkreuzen.

So neu und doch so alt

Halo: Campaign Evolved bietet eine umfassende, grafische Überarbeitung. Dementsprechend sieht das Spiel dank der Unreal Engine 5 nach 2026 aus, und nicht nach 2001 oder 2011. Dies merkt man bereits in den stimmungsvollen Zwischensequenzen, aber auch im eigentlichen Spiel, wenn es um die Optik oder die zahlreichen Partikeleffekte geht. Somit schaffen es die Halo Studios sehr gut, das grundsätzlich betagte Spiel in die heutige Zeit zu übertragen. Jedoch begegnen uns in den Zwischensequenzen regelmäßig kurze Nachladeruckler, die das eigentlich schöne Gesamtbild etwas schmälern. Weitere Bugs wie Clippingfehler oder die dank der Ragdoll-Physik serientypischen, zuckenden Gliedmaßen besiegter Feinde fallen ebenfalls negativ ins Gewicht.

Ganz und gar nicht gut gealtert ist das grundsätzliche Leveldesign in Verbindung mit dem Spielablauf. Denn Halo: Campaign Evolved ist ein sehr geradliniger Ego-Shooter, auch wenn das prinzipiell eigentlich kein Nachteil ist. Wir stürmen also durch Gänge in Raumschiffen oder auf dem Halo und ballern alle Gegner über den Haufen, die uns das Spiel so entgegenstellt. Dank des Vielvölkerbunds der Allianz sind das zum Beispiel die kleinen Grunts, die hauptsächlich als Kanonenfutter dienen oder die mächtigen Eliten, die deutlich mehr einstecken und austeilen können. Die Gegner kommunizieren dabei unablässig, verfluchen uns, rufen um Hilfe oder rennen panisch vor uns davon. Somit erhalten die Feinde einiges an Profil, das den Kontrahenten in anderen Ego-Shooter-Reihen bisweilen fehlt. Manchmal hat man fast schon ein schlechtes Gewissen, weil man keine simplen Pixel umnietet, sondern damit konfrontiert wird, dass die Gegenseite aus denkenden und fühlenden Lebewesen besteht.

Wir laufen in Summe durch oftmals gleich aussehende Gänge, töten Feinde und erreichen dann meist eine etwas größere Halle, in der wir weitere Feinde ausschalten. Dann kommen mehrere unterschiedliche Gegnerwellen, die wir erledigen, und dann geht der Spaß wieder von vorne los. Zwar lockern größere Außenbereiche, die wir sogar mit dem legendären Warthog-Jeep oder dem Scorpion-Panzer befahren können, das Leveldesign etwas auf. Der Großteil des Spiels findet allerdings in besagten Gängen statt. Nun liegt es natürlich in der Natur der Sache, dass ein Kriegsschiff-Innenleben spartanisch ausgestattet ist und nicht die Abwechslung eines Kreuzfahrtschiffes bietet. Ein wenig mehr Varianz hätte dem Leveldesign jedoch gutgetan, denn im Sinne eines Remakes wären durchaus Ansatzpunkte denkbar gewesen. So bleibt Halo: Campaign Evolved eben was die Levelstruktur angeht eine nahezu 1:1-Umsetzung des Originals.

Schwert und Schild

Wiederum gut gealtert ist das Gunplay, welches bereits beim ursprünglichen Halo mit eines der Haupt-Verkaufsargumente darstellte. Sämtliche Argumentationsverstärker fühlen sich befriedigend an und bieten gutes Trefferfeedback. Hier haben die Halo Studios kaum Hand angelegt, was allerdings nicht wirklich nötig war. Denn das Grundspiel funktionierte an der Stelle ja bereits super. Halo-Veteranen fühlen sich also sofort wieder heimisch, während sie wie der sprichwörtliche Dämon durch die Gegnerreihen pflügen. Aufgefallen ist uns vor allem die Zoom-Funktion, die nun bei allen Schusswaffen Standard ist und uns das Zielen über größere Distanz noch einmal etwas erleichtert.

Das gute Gameplay betrifft sowohl Angriff als auch Verteidigung. Neben dem Standard-Lebensenergiebalken etablierte Halo einen zusätzlichen Schild, welcher zunächst unseren erlittenen Schaden abgreift. Erst wenn der Schild unten ist, erleiden wir tatsächlich Schaden. Dementsprechend müssen wir beim warnenden Piepsen unseres Schutzes möglichst sofort Deckung suchen, um den Schild wieder aufzuladen. Sonst ist unser Abenteuer doch schneller beendet als gedacht. Da sich unsere Gesundheit nun aber ebenfalls wieder regeneriert und wir nicht auf Medipacks angewiesen sind, wird das Zusammenspiel aus Schild und Lebensenergie entzerrt. Halo: Campaign Evolved wird gerade in den höheren Schwierigkeitsgraden fast schon zu einem Deckungsshooter, zumal die KI einen nach wie vor ordentlichen Job macht und dank der unterschiedlich zusammengestellten Kampfgruppen stets neue Herausforderungen für uns bereithält.

In der Offensive setzt Halo: Campaign Evolved die grundsätzliche Ausrichtung der Reihe ebenfalls fort. Wir versorgen uns also direkt an der Front mit Nachschub, gerne aus der feindlichen Ausrüstung, und nutzen entsprechend exotische Alien-Waffen. Die herkömmlichen Schießeisen der UNSC sind dabei traditionelle Sturmgewehre, Pistolen oder Raketenwerfer. Die Allianz nutzt wiederum hauptsächlich energiebasierte Knarren, die statt eines Magazins über einen nicht wiederaufladbaren Akku verfügen. Eine ziemliche Wegwerf-Gesellschaft somit, die uns permanent zwingt, nach neuen Waffen zu suchen. Insgesamt dürfen wir, neben ein paar Granaten sowie Tarnvorrichtung oder zusätzlichem Energieschild, nur zwei Waffen mitführen. Leider fehlt die in Halo 2 etablierte und äußerst coole Funktion, in beiden Händen je eine kleinere Knarre zu führen. Dies hätte man im Remake durchaus ebenfalls etablieren können.

Ein neues Abenteuer für den Master Chief und Sergeant Johnson

In Summe präsentiert sich Halo: Campaign Evolved also als grafisches Remake, bleibt dem Ursprungsspiel in allen anderen Faktoren allerdings treu, mit all seinen Vor- und Nachteilen. An einer Stelle hat man jedoch nochmal extra Hand angelegt und eine gesonderte Kampagne integriert, die rund ein Jahr vor dem eigentlichen Hauptspiel spielt und uns ein komplett neues Abenteuer in neuer Umgebung erleben lässt.

Konkret werden dabei der Master Chief und die nie um einen Spruch verlegenen Serien-Ikone Sergeant Avery Johnson in eine gefährliche Infiltrationsmission an Bord eines Feindschiffs geworfen. Da heimliches Vorgehen nie die große Stärke der beiden Charaktere war, eskaliert die Situation natürlich direkt bei der Ankunft. In Folge dessen ballern sich die beiden Helden den Weg durch zahlreiche Gegnerhorden und decken weitere dunkle Machenschaften der Allianz auf.

Insgesamt drei Missionen mit ein paar Unterkapiteln stehen uns dabei zur Auswahl und erweitern das Hauptspiel. Zwar suchen wir neue Mechaniken vergeblich, dafür werden uns frische Gegnertypen, Waffen und Umgebungen präsentiert, die das Spielgefühl angenehm aufwerten. In Summe erinnert dieses Zusatzkapitel daher eher an den zweiten Teil als an das ursprüngliche Halo. Aufgrund der kurzen Spielzeit ist der Extra-Ausflug zwar definitiv kein alleiniges Kaufargument für Halo: Campaign Evolved, er wertet das Spiel aber dennoch auf. Man wird allerdings das Gefühl nicht los, dass hier insgesamt noch mehr gegangen wäre.

Multiplayer mit Hindernissen

Ein weiteres Aushängeschild von Halo war der lokale Koop-Modus, welcher dank der vier Controller-Anschlüsse der allerersten Xbox entsprechend zelebriert wurde. Glücklicherweise hat man diese mittlerweile seltener gewordene Funktion des lokalen Couch-Koops in Halo: Campaign Evolved wieder eingebaut. Bis zu vier Spieler dürfen also sowohl die Haupt-Kampagne als auch die Zusatzepisoden zusammen angehen, wahlweise Online oder lokal. Der lokale Multiplayer kämpft allerdings mit deutlichen Hindernissen, denn um diesen spielen zu können wird sogar an einer stationären Konsole zwingend ein Microsoft-Account pro Spieler benötigt. Einfach mal als Gast für ein Kapitel einsteigen ist leider nicht möglich, ein klarer Minuspunkt für die eigentlich einfach zu haltende Koop-Funktion.

Die berühmt-berüchtigten Schädel sind ebenfalls zurück und stellen wiederum einen Pluspunkt dar. Dahinter verbergen sich nicht nur simple und gut versteckte Sammelobjekte, sondern diverse Perks, durch die wir das Spielgefühl anpassen und verändern können. Am ehesten lassen sich die Schädel also als Cheats begreifen. So schalten wir unbegrenzte Munition und Granaten frei, können die Gegner stärken oder dafür sorgen, dass wir nach jedem Tod den Level von vorne beginnen müssen. Die Schädel belohnen Spieler, die wirklich jede Ecke in der Spielwelt genauestens absuchen und frischen das Spielgefühl teils erheblich auf. Eine gute Sache, da der Wiederspielwert abseits dieser Optionen eher gering ausfällt.

Fazit

Direkt nach dem Start von Halo: Campaign Evolved hatte ich vor allem eines: Gänsehaut! Nicht umsonst zähle ich Halo 2 durchaus zu meinen absoluten Lieblingsspielen, welches ich während meiner Schul- und Ausbildungszeit mit meinem Onkel pessimistisch geschätzt ein paar Dutzend Mal im Koop durchgespielt habe. Dementsprechend war es einfach ein tolles Gefühl, als das ikonische Thema der Reihe mit den mystischen Chören erklang. Bereits nach wenigen Minuten im Spiel erinnerte ich mich jedoch auch wieder, warum wir damals das erste Halo erst später nachgeholt und deutlich seltener gespielt hatten als den zweiten Teil.

Da die Halo Studios das Spiel nur grafisch grundlegend überarbeitet, den Rest aber abseits von Detailverbesserungen weitestgehend unangetastet lassen, gestaltet sich der grundsätzliche Spielablauf vor allem eines: Äußerst repetitiv und ermüdend. Wir laufen ewig durch immer gleiche Gänge, erreichen größere Hallen, pusten alles weg was „Allianz vor!“ ruft, besiegen die mehrfach nachrückende Verstärkung, und stürzen uns dann wieder in die immer gleichen Gänge. Halo fehlte 2001 bereits enorm die Abwechslung im Leveldesign, und dies wird im Jahr 2026 sogar noch deutlicher.

Gut finde ich wiederum die drei Zusatzmissionen, die sich vom Leveldesign her abwechslungsreicher gestalten und vielleicht sogar einen Ausblick auf ein neues Halo geben könnten. Zwar fehlt ein Versus-Multiplayer, aber zumindest der lokale Koop-Modus, ein Aushängeschild der Reihe, hat es wieder ins Spiel geschafft. Hier hätte man aber den Einstieg für Gelegenheitsspieler als Gäste erleichtern können. Abseits der rosaroten Fan- und Nostalgiebrille könnte das eintönige Gameplay für neue Spieler eher abschreckend wirken. Für Nostalgiker ist Halo: Campaign Evolved aber eine gute Gelegenheit, den Ursprung der Reihe noch einmal zu erleben. Und wer weiß, ob Halo 2 und 3 ebenfalls in solcher Form den Weg zu uns finden. Dies stünde definitiv (nicht nur bei mir) auf dem persönlichen Wunschzettel.

Pro:
  • Grafisch vollständig überarbeitete Version
  • Drei brandneue Zusatzepisoden mit neuen Gegnertypen, Waffen und Umgebungen
  • Koop-Modus für bis zu vier Spieler
  • Zahlreiche Perks über die Schädel-Sammelobjekte
  • Nach wie vor hervorragendes Gunplay mit kleinen Verbesserungen
Contra:
  • Nachladeruckler in den Zwischensequenzen
  • Spiel an sich in Sachen Levelaufbau eher schlecht gealtert
  • Kein Versus-Multiplayer
  • Koop-Modus sehr umständlich gelöst
  • Zusatzepisoden an sich sehr kurz
  • Clippingfehler und Bugs durch das Ragdoll-System
Story:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
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Sound:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Umfang:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 7.5 / 10
Spiel getestet auf: Xbox Series S/X

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Alex Jung

Alex Jung

Seit dem ersten Gameboy begeisterter Konsolenzocker. Neben Rennspielen, Action-Adventures und JRPGs sind auch Indie-Perlen gerne im Laufwerk gesehen. Zu den zahlreichen Lieblingsspielen gehören GTA Vice City, Metal Gear Solid, Overboard!, Ys VIII, die Uncharted- und Forza-Horizon-Reihe sowie Gran Turismo 7.

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