

Lost Castle 2 im Preview: Ist das noch Early Access?
Lost Castle ist ein bunter Roguelite-Dungeon-Crawler mit Koop-Fokus und erfreute sich in der Indie-Szene großer Beliebtheit. Seit etwas über einem Jahr ist der Nachfolger – Lost Castle 2 – im Early Access auf Steam erhältlich. Passend zur gamescom haben wir uns das Spiel intensiv für euch angeschaut und geben eine Vorschau auf das, was euch in der Release-Version erwarten könnte.
Auf Schatzsuche im Dark Castle
Die Geschichte von Lost Castle 2 knüpft an den Vorgänger an, dient jedoch eher als Rahmen für das Abenteuer und nicht als stringenter Handlungsstrang. Die Spieler schließen sich der Treasure Hunters Guild an und machen sich auf, das geheimnisvolle Dark Castle zu erforschen. Die Reise führt sie dabei durch unterschiedliche Regionen und schließlich in das Schloss selbst.




Beat’em Up trifft Roguelite
Das Herzstück von Lost Castle 2 ist das Kampfsystem. Acht unterschiedliche Waffentypen stehen zur Auswahl: Ein Einhand-Schwert und Schild für defensive Spielweisen, zwei Einhand-Schwerter für schnelle Angriffe, ein Zweihandschwert für wuchtige Schläge, eine Lanze mit hoher Reichweite, ein Bogen oder eine Muskete für den Fernkampf, sowie ein Stab oder eine Phantomlaterne für Magie.
Jede Waffe verfügt hierbei über eigene Skills und definiert so das Spielerlebnis. Innerhalb der Waffentypen existieren verschiedene Varianten mit individuellen Spezialfähigkeiten. So lässt sich etwa mit jedem Schild blocken und nach vorne preschen, die manaverbrauchenden Fähigkeiten unterscheiden sich jedoch.
Lost Castle 2 spielt sich insgesamt flüssig, wirkt in Bewegung und Ausweichrollen aber noch etwas schwergängig. Die Steuerung beschränkt sich auf eine überschaubare Zahl an Aktionen, die in der Kombination mit Kämpfen dennoch für Spannung sorgen. Gespielt werden kann mit Maus und Tastatur oder Controller – letzterer ist eindeutig zu bevorzugen.
Neben klassischen Waffenangriffen stehen weitere Optionen zur Verfügung: Standardmäßig ist etwa der Wurf einer Bombe ausgerüstet, der sich im Camp anpassen lässt. Zusätzlich können bestimmte Spezialangriffe über das Runensystem ausgelöst werden, sofern passende Runen und Items gefunden wurden.


Abwechslungsreiche Biome und Gegner
Die Levelstruktur sorgt für viel Abwechslung. Während am Anfang eines Durchlaufs meist normale Monster warten, erscheinen später auch Abschnitte mit Elitegegnern oder speziellen Herausforderungen. Um weiterzukommen, muss man das jeweilige Ziel erreichen – meist das Besiegen aller Feinde – und anschließend den Weg ins nächste Level wählen. Jedes Biom endet mit einem Bosskampf, bevor der Zugang zum Dark Castle möglich wird. Dort warten tiefere Ebenen, die nach und nach freigeschaltet werden müssen.
Neben Gegnern begegnet man auch sicheren Durchgängen, Händlern sowie Gelegenheiten, Heilung oder Ausrüstungsverbesserungen zu erhalten. Hat man im Camp ein entsprechendes Upgrade freigeschaltet, lässt sich schon vor dem ersten Level ein Bonusitem erwerben. Außerdem bietet das Lager die Möglichkeit, Builds an Trainingspuppen zu testen. Stirbt man während eines Runs, endet der Durchgang und man kehrt ins Camp zurück. Dort erhält man für die erzielten Fortschritte Gold, das für permanente Upgrades genutzt werden kann. Alle anderen erspielten Items gehen verloren – ganz Roguelite-typisch.
Die Möglichkeiten im Camp sind zahlreich
Von hier aus starten wir jedes Mal und es gibt einiges zu entdecken. Am wichtigsten ist wohl das Camp Upgrade, ein kleiner Fähigkeitsbaum, mit dem sich mehr Drops, bessere Items, stärkere Angriffe und Ähnliches freischalten lassen.
Im Alchemy Crucible lassen sich Buffs, die von Bossen droppen, in verschiedenen Stufen einsetzen. Abhängig vom Camp-Level und vom Level des erspielten Buffs sind so sehr mächtige Boni möglich.
Mit Soulstones, die von Gegnern und Bossen droppen, können alle Waffentypen individuell verstärkt werden. Über Soulstone Smelting lassen sich diese sogar selbst herstellen. In jedem Waffentyp lassen sich so mehrere Soulstones sockeln, die wiederum einige starke Boni verleihen können. Ein integrierter Loot-Filter ermöglicht es, im Spiel dann nur die Waffen zu droppen, die man auch spielt.
Neben den für das Gameplay entscheidenden Stationen gibt es auch noch einen Stylisten, bei dem man sein Aussehen anpassen kann und einen Goblinhändler, der einem zusätzliche kosmetische Gegenstände verkauft. Hier setzt man das Gold ein, welches man bei den Durchläufen erspielt hat.


Schwierigkeitsgrad und Ethereal Nightmare
Der Schwierigkeitsgrad kann anfangs nur zwischen leicht und normal verstellt werden, später jedoch kommt der Ethereal Nightmare Modus dazu. Dieser erlaubt es, die Schwierigkeit in drei Stufen zu erhöhen. Dabei wählt man gezielt Debuffs aus einer Liste aus, die das Spiel erschweren, aber auch Belohnungen versprechen, da durch eine höhere Schwierigkeit beispielsweise mehr Gold zu finden ist, aber auch ein tieferes Vordringen in das Schloss ermöglicht.
Fazit
Obwohl sich Lost Castle 2 noch im Early Access befindet, fühlt es sich schon beinahe wie ein vollwertiges Spiel an. Die Roguelite-Mechaniken funktionieren bereits gut und man möchte kaum aufhören, den nächsten Run zu starten, um sich weiter zu verbessern und mehr Levels zu schaffen. Die Grafik und der Sound liegen bei diesem Spiel nicht im Fokus, jedoch ist das auch nicht so schlimm. Sofern die Agilität und Direktheit des Gameplays noch verbessert und einige weitere Endgame-Inhalte eingefügt werden, könnte man hier schon von einem Release sprechen. Daher sind wir gespannt darauf, wenn es soweit ist.


Felix Mager
Leidenschaftlicher Gamer mit Vorliebe für gute Soundtracks. World of Warcraft Veteran seit 2007 und großer Fan von Simulatoren, 4X- und Strategiespielen. Mit über 1200 Stunden Spielzeit ist Civilization der Vorreiter meiner Steambibliothek. Außerdem interessieren mich gute Rollenspiele und Shooter wie Assasin's Creed und Far Cry, bei denen ich kaum einen Teil der beiden Reihen ausgelassen habe.