

Windstorm: The Legend of Khiimori im Vorabtest: Ein offenes Abenteuer durch die Mongolei
Windstorm: The Legend of Khiimori ist der dritte Teil und ambitionierte Nachfolger der bisherigen Ostwind-Spielereihe, erweitert jedoch das Konzept deutlich. Anstelle eines reinen Pferdesimulators steht nun ein Open-World-Abenteuer im Vordergrund, in dem Spieler die Mongolei des 13. Jahrhunderts erkunden, Fracht und Nachrichten transportieren und in einer lebendigen Landschaft überleben. Das Spiel kombiniert realistische Pferdepflege, Survival-Mechaniken und strategische Missionsplanung mit dem Gefühl großer Freiheit in einer weitläufigen, abwechslungsreichen Welt.
Eine weite, offene Welt voller Erkundung
Die Spielwelt ist beeindruckend groß und abwechslungsreich gestaltet. Spieler durchqueren verschneite Bergregionen, weite Steppen und trockene Ebenen, sammeln unterwegs Kräuter, Nahrung und Materialien, die für das Überleben von Reiter und Pferd wichtig sind. Die Landschaften sind zu jeder Jahreszeit stimmungsvoll und bieten sowohl optisch als auch spielerisch Abwechslung. Stürme, wechselnde Wetterbedingungen und unterschiedliche Tageszeiten schaffen eine dynamische Umgebung, die für Herausforderungen sorgt, aber auch noch Performance-Probleme verursachen kann.
Im Abenteuermodus liegt der Fokus weniger auf den komplexen Reitmechaniken, sondern auf dem Erkunden der offenen Welt. Spieler können die Natur genießen, versteckte Orte entdecken und ihre Routen nach eigenen Vorstellungen planen. Trotz des Fokus auf Freiheit müssen sie sich weiterhin um ihr Pferd kümmern, es füttern, trinken lassen und darauf achten, dass die Satteltaschen korrekt beladen sind – eine subtile, aber wirkungsvolle Form der Immersion.



Pferdepflege, Training und Zucht
Pferde sind nicht nur Transportmittel, sondern zentrale Partner in Windstorm. Vier Rassen stehen bereits zur Verfügung, jede mit individuellen Stärken und Schwächen. Spieler können Pferde trainieren, ihre Fähigkeiten verbessern und über Generationen hinweg gezielt züchten. Nachwuchspferde erben dabei Eigenschaften ihrer Eltern, wodurch langfristiges Planen und Experimentieren belohnt wird.
Gut trainierte Pferde bewältigen schwieriges Terrain besser, tragen Fracht stabiler und reagieren schneller auf plötzliche Ereignisse. Dies ist besonders in Missionen mit gefährlichen Routen über steile Klippen, reißende Flüsse oder durch harsches Wetter entscheidend. Die Pferdepflege ist bewusst zugänglich gehalten, ohne dass sie den Spielfluss übermäßig verkompliziert.
Missionen, Überleben und Strategie
Im Kern des Spiels steht das Absolvieren von Kurieraufträgen. Spieler transportieren Fracht oder Nachrichten und müssen dabei strategisch planen, um Gefahren für sich und ihr Pferd zu vermeiden. Ressourcenmanagement spielt eine große Rolle: Nahrung und Crafting-Materialien müssen gesammelt, Werkzeuge hergestellt und Pfeile vorbereitet werden. Bogenschießen dient nicht nur dem Kampf, sondern auch der Jagd und der Nutzung von Ressourcen, was den Survival-Aspekt sinnvoll integriert.
Jede Mission stellt andere Anforderungen an den Spieler. Die richtigen Pferde auswählen, Routen planen, Wetter und Gelände berücksichtigen und gleichzeitig die eigene Ausdauer im Blick behalten. Nur wer geschickt kombiniert, kann sicher ans Ziel kommen. Neben den Kernaufträgen bieten optionale Herausforderungen und Erkundung zusätzliche Motivation.



Gameplay, Sound und Technik
Das Gameplay ist eine Mischung aus Pferdepflege, Reiten, Survival, Crafting und offenen Aufgaben. Pferdebewegungen wirken größtenteils realistisch, auch wenn gelegentlich Clipping-Fehler oder hakelige Animationen auftreten. Das Sounddesign ist aktuell noch ein Schwachpunkt: Sprache und Umgebungsgeräusche sind sehr leise abgemischt, sodass man die Lautstärke stark erhöhen muss. Besonders beim Reiten hört man aufgrund der Kameraeinstellung oft einseitig, was die Immersion einschränkt.
Visuell beeindruckt das Spiel durch seine weite, stimmungsvolle Landschaft und das dynamische Wetter, dennoch gibt es noch kleinere Bugs und Schwächen bei Gesichtern und Texturen. Gesichter wirken weichgezeichnet und etwas ausdruckslos, die Bewegungen gelegentlich hakelig. Die Entwickler haben jedoch angekündigt, dass hier noch Nachbesserungen folgen werden.
Early Access und Ausblick
Windstorm: The Legend of Khiimori befindet sich im Early Access, zeigt aber schon jetzt ein großes Potenzial. Die Verbindung aus Pferdepflege, Open-World-Erkundung, Survival-Mechaniken und strategischen Missionen ist interessant umgesetzt und schafft ein Abenteuer, das weit über klassische Pferdespiele hinausgeht. Die offene Welt vermittelt ein starkes Gefühl von Freiheit, die Pferdepflege belohnt langfristige Planung und die Missionen erfordern taktisches Denken.

Technisch gibt es noch Baustellen: Performance-Probleme bei Stürmen, hakelige Animationen, Sound und einige visuelle Bugs stören den Spielfluss, beeinträchtigen aber nicht den Gesamteindruck.
Fazit
Windstorm: The Legend of Khiimori ist der Sprung vom simplen Pferdespiel zum groß angelegten Open-World-Abenteuer sehr gelungen. Auch wenn im Early Access noch einige Bugs zu finden sind, hat es mir viel Spaß gemacht, durch die Mongolei zu reiten und Missionen zu erledigen. Dabei war stets die Landschaft an sich der größte Reiz für mich. Das Gameplay wurde fast schon nebensächlich. Ich bin gespannt was die Entwickler bis zur Version 1.0 noch hervorzaubern werden.
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Felix Mager
Begeisterter Gamer mit vielseitigem Interessengebiet. Schwerpunkte liegen auf Strategiespielen, 4X-Titeln und Simulatoren, ergänzt durch Online-Rollenspiele, Shooter und Action-Adventures. Besonderen Wert legt er auf stimmiges Gameplay, Atmosphäre und ein einzigartiges Sounddesign.